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Weblog von Alexander Huber

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Alte Socke

12. Mai 2013 · Keine Kommentare

Was für eine nette Geschichte – bei der sich für mich persönlich auch ein kleiner Kreis schließt. Ich bin, definitiv, ein Musik-Süchtiger und höre Musik in (fast) allen erdenklichen Stil- und Himmelsrichtungen. Da gibt es Vieles, was mir gefällt. Fan im eigentlichen Sinne des Wortes war und bin ich – wenn überhaupt – aber nur von zwei Künstlern der modernen Musikgeschichte: David Bowie und Eric Clapton. Bowie war vor allem der Held meiner Jugend, bis heute aber halte ich ihn für einen der musikalischen Überväter des späten 20. Jahrhunderts, ein Großmeister der Pop-Kultur, wie ihn die Badische Zeitung erst kürzlich ganz richtig bezeichnete. Claptons Werke sind diejenigen, die mit Abstand am meisten durch meine Lautsprecher und Kopfhörer tönen – er fasziniert mich als Musiker, aber auch als Mensch. Ein Superstar mit einer durchaus gebrochenen und brüchigen Lebensgeschichte, die er aber – so legt es zumindest seine wunderbare Autobiographie nahe -  bescheiden und nachdenklich reflektiert.

Zwischen David Bowie und Eric Clapton gibt es musikalisch wie persönlich eigentlich kaum Berührungspunkte. Nun aber doch – wie dieses Interview verrät, in dem EC darüber plaudert, wie er zum Titel seines neuen Albums kam. Das ist im März (2013) erschienen und heißt “Old Sock” – Alte Socke. Das Titelbild für das neue Werk stand demnach schon fest: ein Selbstporträt per iPhone, aufgenommen bei einem Urlaub auf Antigua in der Karibik. Nicht gerade stylish, aber ehrlich.

Ich weiß nicht, warum ich solche Sachen mache. Ich hab’s einfach getan.

Was nun noch fehlte, war ein passender Albumtitel. Eines Tages sah Clapton die BBC-News und David Bowies neue Single (“Where are We Now?”) war ein dort ein Thema.

Und ich dachte: Das ist … in den Nachrichten. Das ist ganz schön clever. Was für eine hübsche Promotion.

Offensichtlich aber hat der Song auf Clapton einen starken Eindruck hinterlassen.

Ich kenne David persönlich eigentlich gar nicht. Ich habe ihn einmal getroffen. Ich gestehe, ich war nicht immer zu 100 Prozent von dem überzeugt, was er gemacht hat. Doch ich denke, es war wirklich interessant. Aber dieser Song (“Where are We Now”) hat mich wirklich gepackt. Der hat mir kalte Schauer über den Rücken gejagt, der ist wirklich gut.

Clapton übermittelte eine Botschaft an Bowie: “Danke für einen so wunderschönen Song.” Und die Antwort von Bowie ließ nicht lange auf sich warten:

Danke für das Kompliment, alte Socke! Habe mich wirklich darüber gefreut.

Und da war er, der Album-Titel.

 

Zur Musik: “Old Sock” gehört sicher nicht zu den herausragenden Meisterwerken von Clapton, versammelt aber einmal mehr sehr schön zu hörende Musik – perfekt interpretiert und produziert. Das Album reiht sich relativ nahtlos in die Riege der jüngsten Clapton-Produktion, die Easy-Listening auf hohem Niveau zelebrieren, wie etwa “Clapton” oder das wunderbare “The Road to Escondido” zusammen mit J. J. Cale. Ich sage das ohne jede Häme und distanziere mich auch von all’ jenen Stimmen, die Clapton nun fehlende Innovationskraft vorwerfen. Ich denke, ein Künstler mit solchen Meriten darf als “alte Socke” gerne das mache, wozu er Spaß und Lust hat – erst recht, wenn das so geschmackvoll rüberkommt.

Ein anderes Kaliber ist indes “The Next Day” von David Bowie. Das ist nichts, was sich aufs erste Hören erschließt – von Easy Listening weit entfernt. Immerhin: Das Album, mit dem die Fachwelt nach Jahren der Abstinenz des Großmeisters kaum noch gerechnet hatte, klingt weit mehr nach dem “alten” Bowie als so manches seiner Vorgänger. Dass das Album-Cover eine unverhohlene Reminiszens an “Heroes” aus den 70er-Jahren ist, kommt nicht von ungefähr. Und “Where are We Now?” ist in der Tat eine Perle: Wann hätte Bowie jemals  so anrührend zerbrechlich geklungen – das geht ans Herz.

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Manchmal kommt die Wahrheit doch ans Licht

11. Oktober 2012 · 1 Kommentar

The evidence shows beyond any doubt that the US Postal Service Pro Cycling Team ran the most sophisticated, professionalized and successful doping program that sport has ever seen.

Nein, ich habe die Dokumente noch nicht gelesen, bislang nur die ersten Zusammenfassungen. Doch diese Lektüre werde ich mir in den kommenden Tage gönnen – sie könnte einmal zu den bedeutendsten Dokumenten der Sportgeschichte gehören. Insgesamt rund 1000 Seiten Material in der Causa Lance Armstrong hat die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA zusammengetragen und ins Netz gestellt.

Die Überraschung ist nicht, dass wir jetzt wissen, dass Armstrong (und seine Mitstreiter) die Speerspitze des großen Doping-Betrugs im Profi-Radsport bildete. Die (freudige) Überraschung ist, dass es doch noch Menschen gibt, die den Mut haben, der Wahrheit konsequent nachzujagen und sich nicht durch heftigsten Gegenwind vom Kurs abbringen zu lassen. Mein allergrößter Respekt vor Travis Tygart und seinen Mannen bei der USADA. Man wünschte sich, dass es nicht nur im Sport, sondern auch in anderen Bereichen der Gesellschaft mehr Menschen gäbe, die so konsequent und unerschrocken das ans Licht bringen, was schief läuft … Die Doping-Seuche in Teilen des Profi-Sports ist ein Spiegel für Vieles, was in unserer modernen Welt aus dem Lot geraten ist.

We focused solely on finding the truth without being influenced by celebrity or non-celebrity, threats, personal attacks or political pressure because that is what clean athletes deserve and demand.

Übrigens: Es gibt auch ein deutsches Kapitel dieser unerfreulichen Geschichte. Mehr dazu hier.

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Wie Webseiten funktionieren II: Client ruft Server

24. Juli 2012 · 1 Kommentar

Bevor wir uns den Webseiten im Detail zuwenden, brauchen wir noch ein paar grundlegende Informationen darüber, wie es überhaupt dazu kommt, dass wir auf unserem heimischen Rechner einen Einblick in das World Wide Web bekommen. Im ersten Kapitel haben wir bereits erwähnt, dass das Internet ein riesiges, weltumspannendes Netzwerk von Computern und wiederum größeren und kleineren Computer-Netzwerken ist. Stellen wir uns nun vor, dass auf einem Teil dieser Computer Dokumente liegen, die von jedem beliebigen Rechner, der an das Internet angeschlossen ist, abgerufen werden können. Diese Dokumente, unsere Webseiten, liegen – wie in der elektronischen Datenverarbeitung allgemein üblich – in Form von Dateien vor. Die Orte im Internet, die diese Dateien vorhalten, bezeichnen wir als Server. Darin steckt das englische Verb “to serve”: (be)dienen, anbieten, bereitstellen.

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DNS-Changer?

9. Juli 2012 · Keine Kommentare

Hat der DNS-Changer zugeschlagen? Diverse Tests im Vorfeld hatten mir eigentlich erklärt, dass mein Rechner nicht betroffen sei. Fakt ist: Nachdem ich schon seit ein paar Tagen diverse Schwierigkeiten mit dem Internet hatte, ging heute erst mal gar nichts mehr. Definitiv Probleme mit der DNS-Auflösung. Ich habe dann meine Fritz-Box auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt – jetzt läuft’s wieder …

Vielleicht hilft diese Erfahrung ja irgendjemandem. Merke: Nicht nur der PC könnte Ursache von Probleme sein, sondern auch der Router. Außerdem, so meine Erfahrung: Wenn’s Probleme mit dem Online-Zugang gibt, stecken ganz häufig DNS-Probleme dahinter.

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Wie Webseiten funktionieren I: Was bringt der Blick unter die Haube?

4. Juli 2012 · Keine Kommentare

Im Internet surfen – das gehört für die meisten Menschen heute zum Alltag. Für Sie sicher auch, denn sonst würden Sie wohl kaum diese Zeilen hier lesen. Doch wissen Sie auch, warum diese Zeilen in der Ihnen gerade erscheinenden Form über den Bildschirm flimmern? Wie sind Webseiten aufgebaut, welche Technik steckt dahinter? Was lässt sich alles in Webseiten einbauen, welche Möglichkeiten bieten sie? In dieser mehrteiligen Artikel-Serie will ich versuchen, einen Blick unter die Haube moderner Web-Technologie zu werfen. Keine Angst, Informatik-Kenntnisse sind dafür nicht vonnöten; alles soll auf einem Niveau bleiben, dass für (interessierte) Laien verständlich ist – hoffentlich. Doch zunächst einmal die Frage: Was bringt mir dieser Blick unter die Haube überhaupt?

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Was ist Bildgröße?

25. Mai 2012 · Keine Kommentare

In meiner beruflichen Praxis als Zeitungsredakteur bekomme ich es oft mit Bildmaterial von Dritten zu tun. Nicht selten sind dabei schon die rein technischen Parameter der eingereichten Fotos für den Abdruck in der Zeitung ungenügend (von den ästhetischen und journalistischen Qualitäten wollen wir hier gar nicht reden). Sehr häufig geht es dabei um den Begriff der Bildgröße. Da das Thema eigentlich für alle Fotografen (auch für Hobbyfotografen) von Interesse ist, will ich versuchen, es im folgenden möglichst eingehend, aber verständlich zu erläutern.

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Sieben Gründe, warum Stuttgart genial ist

2. Mai 2012 · 1 Kommentar

Den 1. Mai und ein paar freie Tage drumherum, haben wir genutzt, um einen Abstecher nach Stuttgart zu machen. Hauptziel war die Wilhelma. Ich kenne Stuttgart aus privaten wie beruflichen Gründen so gut wie keine andere deutsche Großstadt. Ich habe dort studiert, gearbeitet – und gelebt. Und der aktuelle Kurztrip mit der Familie hat mir einmal mehr klargemacht, warum ich für diese Stadt so schwärme. Stuttgart wird gerne unterschätzt, noch lieber belächelt und nicht selten auch mit einer gewissen Herablassung wahlweise als hässlich, langweilig und/oder spießig abgekanzelt. Weit gefehlt! Zeit für ein leidenschaftliches Plädoyer für die Schwabenmetropole. Stuttgart ist genial, weil …

  • … diese Stadt schön ist. Jawohl! Zwischen Königsbau und Neuem Schloss befindet sich einer der schönsten Plätze Europas, womöglich der Welt. Wem dieses Urteil zu dick aufgetragen vorkommt, der möge zumindest zugeben, dass das Attribut hässlich – wie ich es nicht selten in Zusammenhang  mit Stuttgart gehört habe – allein schon angesichts dieses Platzes absurd ist. Und es gibt noch weit mehr schöne Ecken. Wenn man sie denn kennt…
  • … diese Stadt äußerst lebenswert ist. Wer – so wie ich – eher eine etwas ruhigere Gangart bevorzugt, der wird es zu schätzen wissen, dass Stuttgart mit einem enormen Kultur- und Freizeitangebot aufwarten kann, gleichzeitig aber eher einen gemächlich-gemütlichen Takt vorgibt. In Stuttgart muss man nicht hektisch werden – Stuttgart regt an, aber nicht auf.
  •  … diese Stadt fantastische Ausblicke bietet. Stuttgarts Topographie ist spektakulär. Es dürfte keine andere deutsche Großstadt geben, die so viele attraktive Aussichtspunkte bereit hält, die einen derart beeindruckenden Überblick bieten. Den weltweit ersten Fernsehturm inklusive. Zugegeben: Im Sommer kann es im Kessel ganz schön heiß werden. Aber es gibt viele Orte zur Erfrischung.
  • … diese Stadt herrlich grün ist. Weinberge mitten in der City. Dazu Waldflächen, deren Anteil an der gesamten Fläche der Großstadt beträchtlich sind. Und dann noch der Schlossgarten inklusive Rosensteinpark. Ein grünes Band im Herzen von Stuttgart – wunderschön und von hohem Freizeitwert.
  • … diese Stadt aus vielen Dörfern besteht. Es gibt einige Ecken in Stuttgart, wo man nie auf die Idee kommen würde, sich in einer Großstadt zu befinden. Insgesamt legt Stuttgart viel Wert auf eine dezentrale Struktur, auf überschaubare Nachbarschaften. Wer Stuttgart wirklich kennenlernen will, der muss die Stadtteile erkunden – jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter.
  • … diese Stadt einen bodenständigen, aber hochwertigen Genuss bereitet. In Stuttgart setzt man nicht auf Glitzer und Glamour. Doch es gibt Genuss-Adressen in Hülle und Fülle. Sowohl für den leiblichen wie den geistigen und seelischen Genuss: Markthalle, Staatsgalerie, Mineralbäder - um nur einige wenige Genuss-Orte zu nennen.
  • … diese Stadt fabelhaft zu erkunden ist. Stuttgart dürfte über eines der besten Nahverkehrssysteme Europas, wenn nicht weltweit verfügen. Zugegeben: Ganz billig ist es nicht. Doch mit Stuttgarts U-Bahnen, S-Bahnen und Bussen kommt man eigentlich überall hin – und das in der Regel auch ziemlich schnell. Auf ein Auto kann man hier getrost verzichten.

Als Nachtrag: Wir haben bei unserer jüngsten Kurzvisite in der Jugendherberge Stuttgart International logiert. Eine empfehlenswerte Adresse, wenn der Geldbeutel nicht unendlich gefüllt ist. Die Lage im Osten der Stuttgarter City ist hervorragend – tolle Aussicht und eine fabelhafte Eisdiele ganz in der Nähe inklusive.

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Was wir zu tun haben

17. Februar 2012 · 3 Kommentare

Der Bundespräsident ist zurückgetreten. Wulff sieht sich als Opfer der Medien. Er ist es nicht. Trotzdem zeigt diese Affäre die zwei Gesichter unserer Profession. Sie zeigt, wie wichtig eine unabhängige Presse, eine vierte Gewalt in einer modernen, demokratischen Gesellschaft ist. Sie zeigt aber auch, wie leicht sich diese Gewalt missbrauchen lässt.

Die Affäre Wulff sollte nicht nur die Politiker zum Nachdenken anregen, sondern auch uns. Sie stellt einmal mehr und wieder neu die Frage, was wir zu tun haben. Was also haben wir zu tun?

Wir haben Informationen zu sammeln, zu sichten, zu prüfen und mit anderen Informationen in Beziehung zu bringen. Wir haben diese korrekt und verständlich zu präsentieren. Hin und wieder können wir unsere Meinung zu diesen Informationen äußern. Wir tun das, weil wir meinen, dass wir uns aufgrund der intensiven Beschäftigung mit bestimmten Informationen ein Urteil erlauben können. Über dieses Urteil schreiben wir “Kommentar” oder geben auf andere Art und Weise deutlich zu verstehen, dass es sich um eine persönliche Meinung handelt.

Wir machen keine Politik. Wir fördern keine Geschäfte. Wir stürzen keine Könige. Und wir krönen auch keine. Wenn sich die Welt – ob im Kleinen oder im Großen – verändert, dann aufgrund der Informationen, die wir zutage fördern. Und nicht, weil wir es so wollen. Wir manipulieren nicht. Punkt.

 

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Fundstückchen XIII: Reden ohne etwas zu sagen

5. Januar 2012 · Keine Kommentare

Eine ganz kleine Randnotiz zur großen Affäre um unseren Bundespräsidenten ist dieses Interview mit der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Birgit Homburger, das ich heute morgen im Deutschlandfunk gehörte habe. Der Deutschlandfunk bemüht sich in der Regel nicht nur um eine hochwertige Berichterstattung, sondern auch um eine möglichst sinnige Auswahl der Interviewpartner zu einem bestimmten Thema. Hin und wieder muss man sich aber auch in Köln offenbar mit Sprechblasen begnügen.

Homburgers Einlassungen zur Causa Wulff sind jedenfalls an Inhaltsleere kaum noch zu überbieten. Besonders nett wird es gegen Ende des Interviews, als sie zum bevorstehenden Dreikönigs-Treffen der FDP befragt wird. Als hätte der Interviewpartner den Play-Schalter eines Tonbandgeräts runtergedrückt, wird der Hörer mit einem Schwall parteipolitischer Parolen aus der Phrasendreschmaschine überschüttet – nachdem die gute FDP-Frau vorher zum eigentlichen Thema nur rumgeeiert hat. Dieses kleine Interview ist eine wunderbare Antwort auf die Frage, warum selbst wohlmeinende Zeitgenossen von der Politik und den Politikern in diesem Lande so langsam die Schnauze voll haben.

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HTML 5 – Die Zukunft des World Wide Web

16. Dezember 2011 · 1 Kommentar

Vor knapp eineinhalb Jahren habe ich mich mit der Frage beschäftigt, inwiefern der neue HTML 5-Standard die Einbindung von Video-Clips auf Webseiten ohne externes Plugin (z. B. Flash) ermöglicht. Nun, das Thema Video ist nach wie vor etwas heikel, denn der Knackpunkt bleibt, welcher Video-Codec von welchem Browser unterstützt wird. Dahinter stecken handfeste wirtschaftliche Interessen, die sich wenig um den unter Umständen reichlich verwirrten Endkunden kümmern.

Doch ganz abgesehen vom Thema Online-Videos hat sich HTML 5 inzwischen zum Top-Thema bei den Entwicklern von Web-Angeboten gemausert. Faszinierende Dinge, vor allem im Bereich Grafik und Multimedia, lassen sich inzwischen direkt über den Internet-Browser realisieren, ohne dass zusätzliche Programme notwendig sind. Doch was bringt das eigentlich dem normalen Nutzer, der an technischen Details weniger interessiert ist? Der Einsatz derartiger Zusatzprogramme für einen Internetbrowser, gemeinhin Browser-Plugins genannt, hat folgende Nachteile:

  • Man kann niemals voraussetzen, dass die Plugins beim Anwender tatsächlich installiert sind. Zwar haben es diverse Plugins, wie zum Beispiel Flash, zu einer großflächigen Verbreitung gebracht, trotzdem bleibt die Notwendigkeit einer separaten Installation (die freilich oft quasi halbautomatisch abläuft) und einer etwaigen Aktualisierung der Plugins. Entwickler von Web-Anwendungen via Plugin können sich nie so ganz sicher sein, wieviele Endnutzer das Angebot tatsächlich nutzen können.
  • Plugins bieten zusätzliche Angriffspunkte, die die Sicherheit einer Webanwendung unterminieren können.
  • Plugins verbrauchen u. U. zusätzliche Systemressourcen.
  • Da es sehr viele Arten von Plugins für sehr unterschiedliche (aber zum Teil sich stark überschneidende) Anwendungsgebiete gibt, müssen sich Entwickler entweder spezialisieren oder in unterschiedliche Systemarchitekturen reinfinden.
  • Last but not least bleiben Plugins, auch wenn sie geschickt programmiert wurden, doch eine Art Fremdkörper im Umfeld eines Webbrowsers. HTML 5 verheißt die Möglichkeit, multimediale Web-Inhalte aus einem Guss anbieten zu können. Das ist nicht zuletzt auch vor dem Umstand bedeutsam, dass Web-Inhalte auf immer verschiedeneren (stationären wie mobilen) Endgeräten abgerufen werden können. HTML 5 könnte so zu dem “Klebstoff” werden, der die auf der Hardware-Seite sehr unterschiedlichen Systeme zusammenhält.

Noch ist HTML 5 eine neue Technologie – noch nicht vollständig ausgereift und von den derzeit am Markt befindlichen Browsern recht uneinheitlich akzeptiert. Immerhin zeichnet sich ab, dass die Browser der neueren Generationen schon wichtige Teile des neuen Standards “verstehen”. Ganz grob lässt sich derzeit sagen, dass der Chrome-Browser von Google in Sachen HTML 5 meist eine Nasenlänge voraus ist, dass sich Firefox und Opera gut (und immer besser) schlagen, und dass – oh Wunder – der Internet Explorer auch bei dieser Technologie wieder mal hinterher hinkt.

Möchte man wissen, über welche HTML 5-Fähigkeiten der Browser verfügt, den man gerade in Betrieb hat, so empfieht es sich die Seite THE HTML 5 TEST anzusteuern. Man bekommt dort eine generelle Einschätzung in Form einer Punktzahl und eine detaillierte (und für Laien vielleicht etwas verwirrende) Auflistung, welche der neuen HTML 5-Features der jeweilige Browser schon versteht – oder eben noch nicht. An dieser Stelle soll folgender Hinweis genügen: Für viele interessante neue Möglichkeiten von HTML 5 (zum Beispiel Spiele) ist die Unterstützung von Canvas wichtig. Hier sollte also eine möglichst hohe Punktzahl stehen.

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