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Minecraft

April 15th, 2011 · 1 Kommentar

Ein neuer Tag beginnt in der Minecraft-Welt

Ich interessiere mich für Computerspiele, trotzdem bin ich alles andere als ein leidenschaftlicher Zocker. Im Mittelpunkt meines Interesses steht meistens die Frage, wie ein Spiel funktioniert – welche Mechanismen und Ideen dahinter stecken. Ist das für mich einigermaßen geklärt, erlahmt das Interesse meist schnell, großes Durchhaltevermögen bei Videospielen besitze ich nicht.

Möglicherweise hat sich das mit der Entdeckung von Minecraft geändert. Doch auch wenn die bislang anhaltende Begeisterung nachlassen sollte, kann ich jetzt schon sagen, dass Minecraft mit ziemlichem Abstand das Computerspiel ist, das mich bislang am meisten begeistert hat.

Der eine oder andere dürfte bereits von diesem Spiel gehört haben, zumal es bereits Thema auch in den Mainstream-Medien war. Worum geht’s in Minecraft? Auf der Homepage des Spiels steht eine kurze, aber treffende Beschreibung:

“Minecraft ist ein Spiel, in dem es darum geht Blöcke zu platzieren, mit denen sich alles bauen lässt, was du dir vorstellen kannst. In der Nacht kommen die Monster – achte darauf einen Unterschlupf zu bauen, bevor das geschieht.”

Im folgenden möchte ich anhand einiger Punkte aufführen, was Minecraft für mich so faszinierend macht (ich bin da nicht allein – mehr als 1,9 Millionen haben das Spiel zu dem Zeitpunkt gekauft, da diese Zeilen geschrieben werden – und das, obwohl Minecraft offiziell noch gar nicht fertig ist).

  • Das Grundprinzip von Minecraft ist relativ simpel – doch es ermöglicht schier endlose Möglichkeiten. Alles in Minecraft basiert auf der einfachen Form eines Würfels. Es geht darum, diese Würfel in irgendeiner Form zu sammeln und daraus Neues entstehen zu lassen. Minecraft wird hin und wieder mit Lego verglichen – was die Sache ganz gut trifft. Aus einer vielfältigen, aber immer noch überschaubaren Menge von Grundelementen lassen sich neue Welten erschaffen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Minecraft ist ein offenes Spiel, in dem es kein klar definiertes Ziel gibt. Man kann sich mit den Dingen beschäftigen, die einen gerade interessieren: Ein Haus, ein Schloss, eine ganze Stadt oder noch etwas Größeres bauen. Sich auf die Suche nach seltenen Rohstoffen machen. Eine effiziente Verteidigungsstrategie gegen die Monster austüfteln. Ein Kunstwerk aus farbiger Wolle erschaffen. Ein weiteres Stück der riesigen Welt erkunden. Oder … Trotz seiner Offenheit hält Minecraft eine Menge motivierender Elemente bereit. Die virtuelle Welt Second Life, um die es einmal einen Riesen-Hype gab, ist nicht zuletzt deshalb wieder in der Versenkung verschwunden, weil viele Nutzer nicht so recht wussten, was sie in dieser Welt eigentlich anstellen sollten. Die Spielewelt von Minecraft bringt einen dagegen immer wieder auf neue Ideen und Projekte, die man ausprobieren möchte. Zudem gilt es, sich in einer nicht immer freundlichen Umgebung (vor allem nachts) zu behaupten. Die “Feinde” in Minecraft sind zwar nicht wirklich Furcht erregend, dennoch vermag das Spiel eine wunderbar kitzelnde Spannung aufzubauen.
  • Die Welt von Minecraft ist faszinierend groß. Angeblich soll sie achtmal so groß sein wie die Erde. An anderer Stelle las ich, sie sei unendlich – nur würde sie immer “buggier” (also fehlerhafter) je weiter man an ihren Rand käme. Fakt ist: Es gibt unendlich viel zu entdecken. Und jedesmal, wenn man ein neues Spiel startet, sieht die Welt wieder anders aus.
  • Die Grafik ist klasse. Das mag auf den ersten Blick merkwürdig klingen. Denn der erste Blick zeigt eine Grafik, die ziemlich “retro” wirkt und an die Pixelkunst längst vergangener Videospielzeiten erinnert. Doch mit Hilfe dieser Grafik entstehen faszinierende Landschaften. Wer einmal auf einem Minecraft-Berg stand, der bis in die Wolken reicht, und dann seinen Blick über die Umgebung schweifen lässt (womöglich noch bei Sonnenuntergang), weiß, was ich meine. Besonders clever sind die Lichteffekte in dem Spiel – etwa wie präzise die Beleuchtung von Fackeln (in Minecraft sehr wichtig!) simuliert wird. Übrigens, wem die Original-Grafik von Minecraft nicht so zusagt: Es existieren inzwischen unzählige sogenannter Texture-Packs, mit denen sich die Optik des Spiel verändern lässt.
  • Die Geräusche und die Musik sind sehr stimmig. Sie sorgen trotz der wenig realistischen Grafik für ein echtes Gänsehautfeeling im Spiel. Außerdem sind sie für den Spielfluss selbst sehr wichtig. Wer mit dem Ohr orten kann, aus welcher Richtung ein Zombie grummelt, hat bessere Überlebenschancen. Die Akustik spielt in Mincraft nicht zuletzt auch deshalb eine große Rolle, weil der Spieler – Ressourcen und Kreativität vorausgesetzt – sich seine eigenen Soundmaschinen bauen kann.
  • Minecraft ermöglicht kommunikatives Spielvergnügen. Ich haben den Multiplayer-Part noch nicht wirklich ausgiebig ausprobiert, doch es gibt inzwischen unzählige Minecraft-Communities auf diversen Servern, die ganz unterschiedliche Schwerpunkte des Spiels betonen. Zudem besteht die Möglichkeit ein eigenes kleines Minecraft-Netzwerk in der Familie oder im Freundeskreis aufzubauen.
  • Minecraft ist ein kindertaugliches Spiel. Nach meinem Dafürhalten bringt das Spiel eine Menge kreativer Anreize mit sich, die es auch pädagogisch sinnvoll erscheinen lassen. Der eine oder andere mag einwenden, dass in Minecraft ja auch Monster vorkommen, die man unter Umständen sogar “töten” muss. Doch allein schon aufgrund der wenig realistischen Grafik wird das Spielgeschehen soweit ins Spielerische gerückt, dass Kinder ab etwa acht Jahren damit souverän umgehen müssten. Zudem lässt sich die Spielschwierigkeit auf “peaceful” (friedlich) stellen – was bei kleinen Minecraft-Anfängern ohnehin zu empfehlen ist: Damit wird das Auftreten von Monstern unterbunden, und der Spieler kann sich ganz auf seine Bau- und Entdeckungsaktivitäten konzentrieren.
  • Minecraft lässt sich flexibel spielen. Minecraft ist in der betriebssystemübergreifenden Programmiersprache Java geschrieben. Es gibt sogenannte Clients (das heißt eigenständige Spielprogramme) für diverse Betriebssysteme. Am einfachsten aber lässt sich das Spiel über einen (halbwegs aktuellen) Internetbrowser ausführen, egal ob unter Windows, Linux oder Mac. Dennoch sollte man auf eines hinweisen: Die Anforderungen an die Hardware sind nicht zu unterschätzen. Aufgrund der Komplexität des Spiels sollte man mit einem Rechner an den Start gehen, der noch nicht allzuviele Jahre auf dem Buckel hat.
  • Minecraft ist offen für weitergehende Spiele-Ideen. Minecraft ist ein kommerzielles Spiel – dennoch gibt es eine Menge Möglichkeiten, für findige Köpfe anzudocken und das Spiel weiterzuentwickeln. Die Texture-Packs, die die Optik von Minecraft verändern, habe ich schon erwähnt. Zudem gibt es mittlerweile unzählige sogenannter Mods, die das Original-Minecraft ergänzen und/oder verändern.
  • Minecraft ist günstig. Es gibt sogar eine kostenlosen Version, für die man sich nur registrieren muss, die aber veraltet ist. Die aktuelle Beta-Version kostet 14,95 Euro, wenn das Spiel fertig ist, soll es 20 Euro kosten. Das ist angesichts der üblichen Computerspiel-Preise (und wie ich hoffentlich überzeugend ausgeführt habe: angesicht des Umstandes, ein wirklich außergewöhnliches Spiel zu erwerben) ein Schnäppchen. Zudem muss man – zumindest bis jetzt – für Updates nicht zusätzlich bezahlen und kann das Spiel auf verschiedenen Computern und Betriebssystemen nutzen. Der Hintergrund für diese günstigen Preise ist übrigens durchaus interessant: Minecraft ist ein sogenanntes Indie-Game, das heißt es wurde nicht von einem der großen, kommerziellen Game-Publisher veröffentlicht, sondern zunächst von einer einzelnen Person, dem schwedischen Programmierer Markus Persson, entwickelt. Persson, unter dem Alias Notch im Netz unterwegs, soll trotz des moderaten Preises für seine Erfindung bereits Millionär sein. Mittlerweile hat Notch die Firma Mojang gegründet, die sich unter anderem um die weitere Entwicklung von Minecraft kümmert.

 

Tags: Allgemein

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Filomena // Jun 8, 2011 at 11:19

    OMG Minecraft is fantastic, even as some think it’s a 90s game I can’t stop playing. Good thing the specs are fine for my notebook so I can play Minecraft everywhere. But I have a question and Minecraft seems like a a place for experts so hopefully someone has the answer. Can anyone tell me when the capture the flag Minecraft gamemode will be available? Many thanks. luv Filomena

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