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Minecraft Reloaded

November 21st, 2011 · Keine Kommentare

Schon kurios: Mehr als 4 Millionen mal wird ein Produkt verkauft, noch bevor es offiziell fertig ist. Am Freitag (18. November) war es dann aber soweit: Minecraft verlässt den Beta-Status und gilt nun als “fertiges” Spiel. Die feierliche Freischaltung von Minecraft 1.0.0 (neudeutsch: Launch) erfolgte während der Minecon in Las Vegas. Wer die zahlreichen Vorab-Testversionen (Pre-Releases) heruntergeladen und ausprobiert hatte, konnte nun keine wirklich großen Überraschungen mehr erleben. Trotzdem: Die offizielle Freigabe diese Spiels hatte etwas Besonderes – und die Idee, die Spielergemeinde quasi an der Entstehung von Minecraft teilhaben zu lassen, war definitiv eines der Schlüsselelemente für den Erfolg dieses Computerspiels.

Seit meinem letzten Eintrag zu Minecraft hat sich das Spiel in vielen Details weiterentwickelt. Unter anderem wurde ein verbesserter Terrain-Generator implementiert, der deutlich attraktivere Welten generiert. Zusätzliche Elemente wie Dörfer, verlassene Minen und Festungen wurden eingebaut. Das Prinzip der Nahrungsversorgung wurde verändert. Es gibt die Möglichkeit, Tiere aktiv zu vermehren.  Zaubersprüche und Zaubertränke sorgen für einen Hauch von Rollenspiel-Atmosphäre. Und noch vieles mehr. Ganz entscheidend: Es gibt neben dem klassischen Spielmodus (der nun als “Survival” bezeichnet wird) einen Kreativ-Modus, der den Spieler unbegrenzt mit Materialien versorgt, das Fliegen ermöglicht und Monster völlig harmlos macht. Dieser Modus, der den Schwerpunkt auf Bauen und Ausprobieren legt, eignet sich – wie ich unmittelbar selbst beobachten konnte – besonders für Kinder.

Ich habe den Minecraft-Launch in Las Vegas über Internet-Livestream am Freitag verfolgt – eine nette Veranstaltung, zeitweise hatten sich mehr als 40.000 weitere Zuschauer zugeschaltet. Parallel dazu habe ich den Twitter-Stream dazu verfolgt. Interessant (und irgendwie auch entlarvend) fand ich die Unterschiede zwischen den deutsch- und den englischsprachigen Tweeds. Während letztere das Ereignis in Vegas insgesamt positiv beobachteten und viele durchaus enthusiastisch kommentierten, fiel in vielen  deutschen Tweeds ein nörgelnder Unterton auf – Hauptsache, es findet sich ein Haar in der Suppe. Sicherlich war der Minecraft-Release nicht die größte Show aller Zeiten – dafür waren dort aber auch nicht Pop-Stars am Werk, sondern Computerspiele-Entwickler. Dass deren Auftritt, allen voran der von Minecraft-Erfinder Markus Persson, alias Notch, nicht durchgestylt, sondern eher im positiven Sinne unbedarft und natürlich wirkte, habe ich als sehr angenehm empfunden.

Wird sich Minecraft nun noch weiterentwickeln – und wenn ja, wie? Diese Frage wird in der Community derzeit heiß diskutiert. Laut Aussagen von Notch ist mit weiteren Neuerungen zu rechnen. Das offene Spielprinzip von Minecraft bietet sicherlich noch Raum für viele Ideen. Andererseits wächst die Gefahr, gerade eben diese Offenheit durch zu viele neue Features wieder einzuschränken. Wann ist ein (Computer-)Spiel fertig? Auch diese Frage lässt sich anhand von Minecraft trefflich diskutieren.

Ein paar interessante Links zu diesem Thema:

 

Tags: Allgemein

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