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Was wir zu tun haben

Februar 17th, 2012 · 3 Kommentare

Der Bundespräsident ist zurückgetreten. Wulff sieht sich als Opfer der Medien. Er ist es nicht. Trotzdem zeigt diese Affäre die zwei Gesichter unserer Profession. Sie zeigt, wie wichtig eine unabhängige Presse, eine vierte Gewalt in einer modernen, demokratischen Gesellschaft ist. Sie zeigt aber auch, wie leicht sich diese Gewalt missbrauchen lässt.

Die Affäre Wulff sollte nicht nur die Politiker zum Nachdenken anregen, sondern auch uns. Sie stellt einmal mehr und wieder neu die Frage, was wir zu tun haben. Was also haben wir zu tun?

Wir haben Informationen zu sammeln, zu sichten, zu prüfen und mit anderen Informationen in Beziehung zu bringen. Wir haben diese korrekt und verständlich zu präsentieren. Hin und wieder können wir unsere Meinung zu diesen Informationen äußern. Wir tun das, weil wir meinen, dass wir uns aufgrund der intensiven Beschäftigung mit bestimmten Informationen ein Urteil erlauben können. Über dieses Urteil schreiben wir “Kommentar” oder geben auf andere Art und Weise deutlich zu verstehen, dass es sich um eine persönliche Meinung handelt.

Wir machen keine Politik. Wir fördern keine Geschäfte. Wir stürzen keine Könige. Und wir krönen auch keine. Wenn sich die Welt – ob im Kleinen oder im Großen – verändert, dann aufgrund der Informationen, die wir zutage fördern. Und nicht, weil wir es so wollen. Wir manipulieren nicht. Punkt.

 

Tags: Allgemein

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Pfot // Mai 3, 2012 at 12:59

    Zitat: “Wir machen keine Politik.” Igrnoriert diese Aussage nicht die Tatsache, dass die meisten politisch Interessierten sich ihre politische Meinung auch anhand von Kommentaren bildet?

  • 2 admin // Mai 3, 2012 at 21:39

    Ich gebe zu, dass die oben geäußerten Gedanken sehr überspitzt formuliert sind. Dennoch: Die Aufgabe der Medien ist es zur Meinungsbildung beizutragen (auch u. a. durch Kommentare) nicht aber die Meinung aktiv zu beeinflussen (sprich zu manipulieren). Politik (im aktiven Sinne) ist Aufgabe der vom Volk gewählten Vertreter, die Medien sind dazu nicht legitimiert. Um nochmal zum Beispiel Wulff zurück zu kommen: Es ist okay, Informationen darüber zu sammeln, wie sich ein Bundespräsident in bestimmten Zusammenhängen verhalten hat. Es ist auch okay, diese Informationen zu bewerten (z. B. in Kommentaren). Es ist nicht okay, eine Berichterstattung mit dem mehr oder weniger offen erklärten Ziel zu betreiben, einen Bundespräsidenten zum Rücktritt zu zwingen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass die hier in der Theorie sehr scharfe Grenzziehung in der Praxis nicht immer so eindeutig zu erkennen ist. Dennoch ist es wichtig, dass sich Journalisten nicht zu Handlangern einer manipulativen Kampagne machen lassen.

  • 3 Pfot // Mai 4, 2012 at 13:18

    Da sind wir echt weit auseinander :-) Für mich ist jede Mitteilung (und eben auch Nicht-Mitteilung) einer Information eine Art eine Meinung im Gegenüber hervorzurufen, wenn nicht gar zu erzeugen – ich beschränke diese Aussage ganz klar auf politisch Interessierte Menschen. Beim letzten Satz bin ich ganz und gar bei Dir. Nur der Weg dahin… Aber das wissen wir ja alle :-)

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