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Weblog von Alexander Huber

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Wie Webseiten funktionieren I: Was bringt der Blick unter die Haube?

Juli 4th, 2012 · Keine Kommentare

Im Internet surfen – das gehört für die meisten Menschen heute zum Alltag. Für Sie sicher auch, denn sonst würden Sie wohl kaum diese Zeilen hier lesen. Doch wissen Sie auch, warum diese Zeilen in der Ihnen gerade erscheinenden Form über den Bildschirm flimmern? Wie sind Webseiten aufgebaut, welche Technik steckt dahinter? Was lässt sich alles in Webseiten einbauen, welche Möglichkeiten bieten sie? In dieser mehrteiligen Artikel-Serie will ich versuchen, einen Blick unter die Haube moderner Web-Technologie zu werfen. Keine Angst, Informatik-Kenntnisse sind dafür nicht vonnöten; alles soll auf einem Niveau bleiben, dass für (interessierte) Laien verständlich ist – hoffentlich. Doch zunächst einmal die Frage: Was bringt mir dieser Blick unter die Haube überhaupt?

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Muss man wissen, wie genau ein Verbrennungsmotor funktioniert, um ein Auto fahren zu können? Natürlich nicht. Muss man programmieren können, um einen Computer zu benutzen? Ganz klar – es geht auch ohne. Der moderne Mensch nutzt viele Technologien, ohne zu wissen, was genau dahinter steckt. In den meisten Fällen sind wir Anwender – egal ob Kühlschrank, Handy oder Textverarbeitungssoftware: Wir wissen (mehr oder weniger), wie die Technik zu bedienen ist, damit ein gewünschtes Ergebnis herauskommt. Doch wie es zu diesem Ergebnis kommt, das wissen wir in der Regel nicht – bestenfalls ahnen wir es.

Grundsätzlich spricht also zunächst mal nichts gegen die reine Anwenderperspektive – das ist schließlich Alltag. Und doch kann es lohnen, auch als Laie einen Blick unter die Haube zu werfen. Vor allem bei der Computertechnologie. Und das aus mehreren Gründen:

  • Die reine Benutzerperspektive geht so lange gut, wie die entsprechende Technik nach den eigenen Vorstellungen funktioniert. Ist das nicht (mehr) der Fall, ist der reine Anwender meistens reichlich hilflos. Beispiel Auto: So lange es fährt, kümmert es einen nicht, warum eigentlich. Wenn man dann mit der Panne am Straßenrand steht, wünscht man sich, man hätte doch ein wenig von dem Wissen eines Kfz-Mechanikers. Moderne Autos sind zum Glück relativ pannensicher. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Computer nicht so reagiert, wie man das erwartet, ist dagegen – aufgrund seiner Komplexität – sehr viel größer.
  • Computer unterscheiden sich von anderen technischen Geräten dadurch, dass sie programmierbar sind. Das heißt, sie sind für die verschiedensten Zwecke einsetzbar. Wer Computertechnologie nicht nur als Anwender nutzt, sondern beginnt, die Funktionsweise zu begreifen, kann sich diese enorme Flexibilität zunutze machen. Das heißt nicht, dass man gleich anfangen muss, selbst Software zu programmieren. Aber mit der einen oder anderen Hintergrundinformation, mit dem einen oder anderen Kniff holt man definitiv mehr aus der Technik heraus.
  • Computer – oder um es etwas altmodisch auszudrücken: elektronische Datenverarbeitung (EDV) – sind heutzutage eine so fundamentale Technologie, dass man möglichst viel über sie wissen sollte, um die Welt von heute verstehen zu können. Das geht über die reine Technik hinaus und berührt längst gesellschaftliche, politische, ökonomische und sogar philosophische Bereiche. Wer über Chancen und Risiken der Informations- und Kommunikationstechnologie fundiert mitreden will, braucht auch ein wenig Verständnis für die technische Funktionsweise.
  • Und nicht zuletzt: Der Blick unter die Haube ist spannend und – auf dem Level, das wir hier beschreiten – auch gar nicht kompliziert.

Noch ein paar wichtige Bemerkungen vorab: Die Begriffe Internet und World Wide Web (WWW oder kurz Web) werden oft synonym gebraucht. Tatsächlich will ich nicht ausschließen, dass auch mir es im Folgenden mal passiert, dass ich die Begriffe gleichrangig verwende. Dennoch ist es wichtig, sich klar zu machen, dass wir hier von zwei grundlegend verschiedenen Dingen reden. Das Internet bezeichnet zunächst einmal nur die weltweite Vernetzung von Einzelrechnern und Computernetzwerken miteinander. Es ist die Infrastruktur, das Straßennetz sozusagen. Das World Wide Web – um das es in dieser Artikelserie gehen wird – ist ein Kommunikationsdienst, der diese Infrastruktur, eben das Internet, nutzt. Übrigens nicht als einziges. E-Mail oder IRC (Chat) sind weitere Beispiele für Internet-Dienste. Das WWW ist aber wohl (neben E-Mail) die bekannteste und am meisten genutzte Technologie im Internet mit gigantischen Möglichkeiten, die auch noch längst nicht alle ausgeschöpft sind.

Erfunden hat das WWW (nicht das Internet!) übrigens Tim Berners-Lee, ein britischer Physiker am CERN in Genf. Das ist gerade mal gut 20 Jahre her. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach werden künftige Generationen Berners-Lee und seine Leistung auf eine ähnliche Stufe stellen wie Gutenberg und die Erfindung des Buchdrucks. Der bescheiden auftretende, inzwischen zum Sir geadelte Brite, kümmert sich weiterhin um die Entwicklung des Webs als Vorsitzender des World Wide Web Consortiums (W3C). Im Internet (Verzeihung, im World Wide Web) gibt es natürlich massenhaft Infos zum Internet, zum WWW, zu Tim Berners-Lee und zum W3C – unter anderem auf Wikipedia.

Weitere Begriffsklärung: Wenn ich von einer Webseite rede, meine ich eine einzelne Seite, wie sie in einem Browser (was genau das ist, dazu später mehr) angezeigt wird. Der englische Begriff Website (wird fast genauso ausgesprochen) bezeichnet meistens den gesamten Online-Auftritt einer Organisation, der in der Regel aus mehreren Webseiten (englisch: Pages) besteht. Wenn von einer Homepage die Rede ist, dann ist meist entweder die Startseite eines Online-Auftritts gemeint (zum Beispiel die Webseite, die ich erreiche, wenn ich www.alexanderhuber.de aufrufe), manchmal aber auch die gesamte Website.

 

Tags: Allgemein

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