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Weblog von Alexander Huber

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Wie Webseiten funktionieren II: Client ruft Server

Juli 24th, 2012 · 1 Kommentar

Bevor wir uns den Webseiten im Detail zuwenden, brauchen wir noch ein paar grundlegende Informationen darüber, wie es überhaupt dazu kommt, dass wir auf unserem heimischen Rechner einen Einblick in das World Wide Web bekommen. Im ersten Kapitel haben wir bereits erwähnt, dass das Internet ein riesiges, weltumspannendes Netzwerk von Computern und wiederum größeren und kleineren Computer-Netzwerken ist. Stellen wir uns nun vor, dass auf einem Teil dieser Computer Dokumente liegen, die von jedem beliebigen Rechner, der an das Internet angeschlossen ist, abgerufen werden können. Diese Dokumente, unsere Webseiten, liegen – wie in der elektronischen Datenverarbeitung allgemein üblich – in Form von Dateien vor. Die Orte im Internet, die diese Dateien vorhalten, bezeichnen wir als Server. Darin steckt das englische Verb “to serve”: (be)dienen, anbieten, bereitstellen.

Bisher erschienen:

Viele Laien stellen sich unter einem Server zunächst einen besonders leistungsfähigen Computer vor, der womöglich auch ganz real über beeindruckende Ausmaße verfügt. So ganz falsch ist das nicht. Tatsächlich laufen in der Praxis die meisten Server auf starken Rechnern. Grundsätzlich kann indes jeder Computer als Server fungieren. Tatsächlich umreißt der Begriff Server weniger ein greifbares technisches Gerät (Hardware) als vielmehr eine ganz spezielle Art von Computerprogramm (Software), das in der Lage ist, Dateien in einem Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Ein Programm, das in diesem Sinne Webseiten in einem Netzwerk bereitstellt, bezeichnet man dementsprechend als Webserver. Theoretisch könnte so ziemlich jeder, der mit seinem Computer am Internet hängt, einen solchen Webserver bereitstellen. In der Praxis gibt es da aber ein paar Haken. Zunächst einmal: Damit ein Webserver wirklich Sinn macht, muss er im Grunde ununterbrochen laufen und online sein – schließlich weiß man ja nicht, wann potenzielle Interessenten rund um den Globus die Webseiten vom Server abrufen wollen. Dann kommt hinzu: Wenn es sehr viele Zugriffe auf den Webserver gibt, wird auch die Hardware gefordert und – bei PCs der üblichen Leistungsklassen – unter Umständen sogar überfordert. Und schließlich: Ein Rechner, der mit einem Webserver am Netz hängt, ist auch besonders für Angriffe aus dem Internet gefährdet; das heißt: Wer verantwortungsvoll einen Webserver betreiben will, sollte sich auch um die Absicherung seines Services kümmern.

All’ das führt dazu, dass im Regelfall Privatpersonen, die eigene Webseiten anbieten wollen, diese nicht über ihre privaten Computer bereitstellen, sondern einen sogenannten Hoster bemühen, der ihnen Serverplatz zur Verfügung stellt (natürlich gegen entsprechendes Entgeld). Auch die Seiten dieses Blogs liegen also nicht auf meinem Rechner zuhause, sondern werden – an dieser Stelle sei ein wenig Werbung erlaubt – über die Firma Strato gehostet. Etwas anders kann das bei – vor allem größeren – Unternehmen aussehen, die u. U. eigene Webserver betreiben.

Nicht jeder betreibt also selbst (aktiv) einen Webserver, aber so gut wie jeder, der einen Computer mit Internetanschluss sein eigen nennt, findet sich in der Rolle dessen wieder, der Informationen von einem Webserver abruft. Sie auch – denn sonst würden Sie diese Zeilen hier nicht lesen.  Die abrufende Seite wird als Client bezeichnet – hinter dem englischen Begriff stecken die deutschen Wörter Klient, Kunde, aber auch (das ist in dieser Analogie nicht zu vernachlässigen) das Wort Auftraggeber. Auch unter Client sollte man sich weniger ein bestimmtes Gerät als vielmehr eine spezielle Art von Software vorstellen. Der Client für Webseiten, den es auf jedem modernen Computer in einer oder mehreren Ausführungen gibt, ist der Web-Browser, auch kurz Browser genannt. Bekannte Browser sind der Internet Explorer, der Firefox, Chrome von Google, Opera oder Safari für Apple-Rechner.

In den Details unterscheiden sich die Browser teilweise erheblich – weshalb Insider mit Interesse die Entwicklung (und den Konkurrenzkampf) dieser speziellen Software verfolgen. Vom Grundsatz her aber funktonieren sie alle ähnlich. Was also machen Web-Browser? Sie interpretieren den in Webseiten hinterlegten Code so, dass für den Nutzer auf dem Monitor ein klar nachvollziehbares (und möglichst attraktives) Bild erscheint. Moderne Browser kümmern sich dabei nicht nur um statische Inhalte auf den Webseiten, sondern interpretieren auch Skripte, binden Multimedia-Angebote ein, etc. Was im Einzelnen da dahinter steckt, darum werden wir uns in den folgenden Kapiteln noch ausführlich kümmern.

Zum Schluss dieses Abschnitts wollen wir uns aber noch kurz um eine nicht ganz unwichtige Frage kümmern. Wie findet denn ein Client (Browser) eine ganz bestimmte Webseite auf einem Webserver? Die Antwort ist aus Nutzersicht relativ einfach, auch wenn die dahintersteckende Technik alles andere als trivial ist. Jede Webseite hat eine ganz spezielle Adresse, die sogenannte URL (Uniform Resource Locator). Wollen Sie zum Beispiel die Startseite meines Blogs erreichen, geben Sie in der Adresszeile Ihres Browsers die URL www.alexanderhuber.de ein. Genauso wird die URL einer bestimmten Webseite aufgerufen, wenn Sie einen Link, also einen Verweis darauf, mit der Maus anklicken (nebenbei: Es reicht in der Regel ein einfacher Klick, Doppelklick ist nicht nötig).

Auch wenn wir die Thematik an dieser Stelle nicht allzu sehr vertiefen wollen, an dieser Stelle noch ein paar Ausführungen, für die, die es interessiert. Die Computer selbst kommunizieren im Internet nicht über die URLs direkt, sondern über die sogenannten IP-Adressen. Da diese aber nichts anderes sind als Zahlenkolonnen, sind sie für menschliche Nutzer nur sehr bedingt sinnvoll. Oder wollen Sie lieber 173.194.35.159 statt www.google.de eingeben? Das Domain Name System (DNS) kümmert sich im Internet darum, die für Menschen (mehr oder weniger) sinnvollen Adress-Bezeichnungen von Webseiten in die entsprechenden IP-Adressen zu übersetzen, die die Computer verstehen. Das System, das dahinter steckt, ist relativ kompliziert und braucht uns hier nicht weiter zu interessieren. Ich erwähne es vor allem deshalb, weil nach meiner Erfahrung Probleme mit dem Internetzugang – abgesehen von reinen Konfigurations- und Hardwareproblemen – nicht selten damit zusammenhängen, dass es Schwierigkeiten mit dem DNS gibt.

Tags: Allgemein

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Clint W. Williamson // Apr 29, 2013 at 00:56

    Bei der Anfrage an eine Webseite, liefert der Webserver ein das angefragte Dokument aus, welches dann vom Internetbrowsers des Besuchers korrekt dargestellt wird (siehe auch: http://web-fortbildung.de/internet.php . Durch die Erweiterung um PHP, wird ein zusätzlicher PHP-Server auf Seiten der aufgerufenen Webseite eingerichtet. Der Webserver wird außerdem angewiesen, Dokumente nicht gleich auszuliefern, sondern vorher nach PHP-Programmblöcken zu durchsuchen. Immer, wenn der Webserver einen solchen Block findet, leitet er den Programmblock an den PHP-Server weiter, der ihn dann ausführt. Die PHP-Blöcke verschwinden nach Ausführung aus dem Dokument (und werden ggf. durch die Werte von echo-Anweisungen ersetzt). Erst wenn alle PHP-Blöcke ausgeführt und entfernt oder erstezt wurden, liefert der Webserver das bereinigte Dokumnet an den Fragesteller aus.

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