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Weblog von Alexander Huber

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Fotografie

Fotografieren gehört für mich zu den faszinierendesten (Freizeit-)Beschäftigungen; auch in meinen Beruf als Journalist spielt die Fotografie (erfreulicherweise) eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Worin liegt die Faszination? Auf die Frage gäbe es etliche Antworten. Zum Beispiel die Möglichkeit, einen flüchtigen Moment aus dem Fluss der Zeit zu greifen und ihn für später zu konservieren. Fotografie ist – wie auch (allerdings auf ganz andere Weise) die Malerei – ein Versuch von uns Menschen der Vergänglichkeit ein Schnippchen zu schlagen.

Der größte Reiz der Fotografie liegt für mich indes darin, dass sie uns lehrt, die Welt um uns herum bewusster wahrzunehmen. Wer beim Fotografieren über ein reines Knipsen hinausgehen will, der lernt genauer hinzusehen. Er wird vieles entdecken, was ihm anderfalls vermutlich nie aufgefallen wäre. Fotografie schärft den wichtigsten unserer Sinne, sie ist eine Schule für die Augen. Auch dann, wenn gar kein Fotoapparat zur Hand ist – eine Situation, die passionierte Fotografen natürlich möglichst vermeiden.

In diesem Blog habe ich einige Informationen zum Thema Fotografie zusammengetragen:

Fototechnische Biographie

Für die, die es interessiert – ein kurzer Abriss meiner bisherigen fototechnischen Stationen: Die erste (richtige) Kamera, die ich hatte, war eine Zenit aus Russland (genaues Modell ist mir leider entfallen), die mir mein Vater geschenkt hatte. Eine Spiegelreflexkamera mit einem Belichtungsmesser oberhalb des Objektivs. Nach Anvisieren des gewünschten Motivs galt es, einen speziellen Knopf so zu drehen, dass ein kleiner Ring über einen feinen Strich geschoben wurde. Dann konnte man an dem Knopf ablesen, welche Kombinationen von Verschlusszeit und Blende in der jeweiligen Belichtungssituation angesagt waren. Diese dürfte man dann an Kamera und Objektiv einstellen – und natürlich auch die Entfernung zum Motiv. Autofokus war damals noch Science Fiction.

Die nächste Station war eine Praktica-Kamera, an der ich die Zenit-Objektive (Schraubanschluss, kein Bajonett) weiterverwenden konnte. Mit diesem Fotoapparat machte ich erste Bekanntschaft mit Zoom-Objektiven und etwas fortschrittlicheren Methoden der Belichtungssteuerung. Es folgte (als letzte analoge Kamera) eine Canon EOS 1000F, für die ich gebraucht noch ein feines 100 – 300 mm Telezoom erwerben konnte, das mir heute noch auf der digitalen Canon gute Dienste leistet.

Meine erste Digitalkamera war (wenn ich mich recht erinnere so gegen Ende 2002) eine Kompaktkamera von Olympus, die – auch im Nachhinein betrachtet – erstaunlich gute Fotos machte. Ihr Ende besiegelten indes die heute nicht mehr gebräuchlichen SmartMedia-Speicherkarten. Irgendwann war die Kamera leider nicht mehr in der Lage, die aufgenommenen Bilder auch auf diese Karten abzuspeichern. Ich weiß noch, wie ich damals um die Schaufenster von Fotogeschäften schlich, um mir die digitalen Spiegelreflex-Kameras (DSLR) anzuschauen und ein bisschen zu träumen. Die Preise für diese Geräte waren damals noch derart hoch, dass ich nicht davon ausgehen konnte, auf absehbare Zeite einen solchen Fotoapparat mein eigen zu nennen.

Glücklicherweise setzten ein paar Jahre später die Preise für DSLR derart zum Sturzflug an, dass mein Traum schneller in Erfüllung als gedacht. Meine Wahl fiel vor rund vier Jahren auf die Canon EOS 450D, die bis heute wunderbare Dienste leistet, auch wenn es keine Profikamera ist und inzwischen fürs gleiche Geld nochmal deutlich mehr Bildqualität möglich ist. Statt dem  zu dieser Kamera meit angebotenen Standard-Objektiv von Canon (18 – 55 mm) entschied ich mich damals, ein paar Euro mehr für ein Sigma-Objektiv mit großem Zoom-Bereich (18 – 250 mm) auszugeben. Auch wenn die Bildqualität dieser Linse (naturgemäß) nicht über alle Zweifel erhaben ist, habe ich die Wahl nicht bereut. Vor allem auf Reisen ist es sehr angenehm, mit nur einem Objektiv alle wichtigen Brennweitenbereiche vom Weitwinkel bis zum Tele abdecken zu können. Ergänzt wird das Sigma von dem bereits erwähnten Telezoom von Canon (100 – 300 mm) aus analogen Zeiten, womit ich beim Crop-Faktor von ca. 1,5 auf eine Kleinbild-Brennweite von bis zu 450 mm komme. Hinzu kommt ein Canon-Objektiv mit 50 mm-Festbrennweite (macht bei der EOS 450D real ca. 75mm Kleinbild-Brennweite) mit einer fabelhaften Lichtstärke von 1.8. Diese auch schon etwas betagtere Objektiv ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil man es für gerade mal rund 100 Euro erwerben kann. Sondern auch, weil das Fotografieren mit einer Festbrennweite im Zeitalter der Zoom-Linsen wieder zu einer ganz neuen, reizvollen und überaus lehrreichen Herausforderung wird. Kurz gesagt: Man lernt, sich als Fotograf wieder mehr zu bewegen. Ganz abgesehen davon macht dieses Objektiv zum Schnäppchenpreis wirklich feine Bilder.

Als Redaktionskamera kommt bei uns derzeit eine Nikon D5100 mit einem etwas älteren, aber sehr guten Zoom mit großem Brennweitenbereich und Bildstabilisator zum Einsatz. Obwohl im vergleichbaren Preissegment wie damals die Canon EOS 450D angesiedelt, staunt man, was sich in den wenigen Jahren fototechnisch schon wieder getan hat. Auch bei hohen ISO-Werten (um die 2000 ISO) macht die D5100 noch wunderbar rauscharme Fotos. Super ist auch das ausklappbare Display,  eine beeindruckend ausgereifte Video-Funktion in Full-HD und noch mancherlei mehr Schmankerl. Natürlich hat auch Canon inzwischen Kameras mit vergleichbaren Funktionen herausgebracht. Die Frage: “Nikon oder Canon?” ist meines Erachtens ohnehin mehr eine Glaubensfrage als eine Entscheidung, die sich rational klar in die eine oder andere Richtung entscheiden ließe. Beide Hersteller nehmen sich nach meinen Dafürhalten wenig – wer aber einmal den Canon- respektive den Nikon-Weg eingeschlagen hat, wird ihn wohl auch weiter beschreiten, allein schon aus Gewohnheit bei den Bedienungsabläufen und um Objektive und anderes Zubehöre weiter benutzen zu können. Und dann sei noch erwähnt, dass sich neben diesen beiden Giganten auf dem Feld der DSLR noch andere interessante Mitstreiter tummeln – allen voran Sony.

Parallel zum Thema DSLR habe ich stets auch nach einer preiswerten Kompakten Ausschau gehalten. So schön eine Spiegelreflexkamera ist – man möchte hier und da auch mal (im wahrsten Sinne des Wortes) unbeschwerter der Fotografie nachgehen. Nach der Olympus hatte ich eine Ricoh Caplio R50 im Einsatz, aktuell ist es eine Ricoh CX3, für die ich gerade mal 160 Euro gezahlt habe und die für dieses wenige Geld wirklich sehr ordentliche Ergebnisse abliefert.

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