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	<title>NullEinsund42 &#187; Medien</title>
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	<description>Weblog von Alexander Huber</description>
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		<title>Die Zukunft des Lesens? Erste Erfahrungen mit dem Kindle</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 21:06:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Aussicht, jede Menge Lesestoff platzsparend (fast) überall mit mir herumtragen zu können; und die Neugierde, wie womöglich die Zukunft der Leser wie auch der Schreiber aussehen könnte, haben mich dazu bewogen, mir einen E-Book-Reader &#8211; zu deutsch: ein Lesegerät für elektronische Bücher &#8211; zuzulegen. Entschieden habe ich mich für den Kindle von Amazon &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aussicht, jede Menge Lesestoff platzsparend (fast) überall mit mir herumtragen zu können; und die Neugierde, wie womöglich die Zukunft der Leser wie auch der Schreiber aussehen könnte, haben mich dazu bewogen, mir einen E-Book-Reader &#8211; zu deutsch: ein Lesegerät für elektronische Bücher &#8211; zuzulegen. Entschieden habe ich mich für den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amazon_Kindle" target="_blank">Kindle von Amazon</a> &#8211; womit ich vermutlich dem Mainstream gefolgt bin, mit den dazu gehörenden Vor- und Nachteilen (dazu später mehr). Auch wenn es einen Journalisten, der &#8211; emotional wie ökonomisch &#8211; sich immer noch zum größten Teil den Printmedien verbunden fühlt, schmerzen mag: Der Gesamteindruck zum Kindle fällt durchaus positiv aus.</p>
<p>Im Folgenden möchte ich meine bisherigen Erfahrungen jedoch etwas differenzierter vorstellen. Dabei will ich drei Aspekte vertiefen: zum einen die Dinge, die mir uneingeschränkt oder doch zumindest weitgehend positiv aufgefallen sind. Zum Zweiten die Kritikpunkte, von denen ich vermute, dass sie vom technischen Fortschritt relativ bald ausgeräumt werden. Und zum Dritten die Schwachstellen, von denen ich glaube, dass sie systemimmanent (bzw. medienimmanent) sind. (Womit ich nicht grundsätzlich ausschließen möchte, dass  auch für Letztere einmal eine adäquate technische Lösung gefunden wird.)</p>
<p>Den endgültigen Anstoß zum Erwerb des Kindle gab die Werbekampagne von Amazon für den &#8220;deutschen&#8221; Kindle. Letztlich entschieden habe ich mich dann aber für die derzeit teuerste Variante: den <a href="http://www.amazon.de/dp/B003DZ1Y7M/ref=sa_menu_kdp31" target="_blank">Kindle Keyboard 3G</a> (der derzeit immer noch (nur) mit einer englischen Benutzerführung ausgestattet ist).  Auf die Spezialitäten dieses Modells werde ich später noch zu sprechen kommen.</p>
<h4>Was also macht Spaß am Kindle?</h4>
<ul>
<li>Zunächst einmal tatsächlich die Möglichkeit, Lesestoff in Hülle und Fülle immer dabei haben zu können. Drei Gigabyte Speicherplatz stehen zur Verfügung, was (angesichts relativ bescheidener Dateigrößen &#8211; im Gegensatz zu Audio-, Bild- oder Videoformaten) selbst hungrigsten Leseratten zunächst einmal reichen dürfte. Amazon gibt eine Speicherkapazität für rund 3500 Bücher aus.  Wer unterwegs ist, ist nicht mehr beschränkt auf drei oder vier Schmöker, die er sich zu Beginn der Reise in seinen Koffer oder seinen Rucksack gelegt hat. Eine wunderbare Freiheit, die vor allem auch Pendler genießen dürften, die den Weg zu und von ihrer Arbeit lesend verbringen. (Tatsächlich war die Aussicht, auf meiner Zugfahrt in die Redaktion eine große Auswahl an Lesestoff immer dabei zu haben,  einer der Hauptbeweggründe für der Kauf des Kindle.)</li>
<li>Die elektronischen Bücher im Kindle sind sehr gut zu lesen. Das Display unterscheidet sich grundlegend von dem üblichen Bildschirm, den Computer, Handys oder andere IT-Geräte mitbringen. Es ist praktische reflexionsfrei, Amazon nennt es E-Ink-Display &#8211; das auch bei starkem Lichteinfall noch ein komfortables Lesen ermöglicht. Tatsächlich erinnert das Lesen am Kindle-Display mehr an das Lesen eines gedruckten Buches als an das Lesen an einem (Computer-)Bildschirm. Ein zusätzlicher Vorteil: Das E-Ink-Display braucht weniger Strom und schont damit den Akku. Die Nachteile: weiter unten.</li>
<li>Zum Thema gute Lesbarkeit ist noch ein ganz wichtiger Punkt anzuführen: Elektronische Bücher lassen sich im Kindle in ihrer Darstellung stark variieren. Allein die Möglichkeit, die Schriftgröße und den Zeilenabstand zu verändern, halte ich für ein gravierendes Argument, das für die Zukunft der E-Books spricht. Menschen mit Sehschwäche etwa können sich so ein Buch nach ihren Bedürfnissen &#8220;einstellen&#8221;, ohne ein zusätzliches Produkt kaufen zu müssen. Mehr noch: Diverse Kindle-Bücher kann man sich sogar vorlesen lassen &#8211; und das sogar in sehr ordentlicher Audio-Qualität. Allerdings gibt es dieses Feature bislang nur für englische E-Books.</li>
<li>Genial und gleichzeitig sehr gefährlich ist die Möglichkeit, quasi überall auf der Welt zu jeder Tages- und Nachtzeit sich neuen Lesestoff besorgen zu können. Amazon beweist hier wirklich enorme Geschäftstüchtigkeit, die für Lese-Junkies ganz schön ins Geld gehen könnte. Alle Kindle-Modell können sich über WiFi (WLAN) ins Internet einklinken und sich damit mit dem Kindle-Shop verbinden, wo sich neues Lesefutter erwerben lässt. Mit dem Kindle Keyboard 3G ist nicht einmal WLAN-Zugang nötig: Gibt es keinen verfügbaren WLAN-Hotspot, sucht der Kindle nach einem passenden Mobilfunk-Netz &#8211; und das alles ohne zusätzliche Verbindungskosten. Ein Beispiel, wie sich diese Überall-Verfügbarkeit von Büchern nutzen lassen kann: Unlängst habe ich für eine Woche Urlaub am Bodensee gemacht. Eine kurze Suche im Kindle-Shop hat mir gleich eine Liste mit möglichen passenden Urlaubslektüren ausgespuckt (diese Liste wäre allerdings noch ausbaufähig).</li>
<li>Eben sprach ich von der Gefahr, sich über den niedrigschwelligen Zugang zum E-Book-Kauf sein Portemonnaie ruinieren zu können. Hier die gute Nachricht: Es gibt eine beeindruckende Zahl an Büchern, die man sich für den Kindle komplett gratis oder für geringe Cent-Beträge besorgen kann. Dabei handelt es sich oft um sogenannte &#8220;Klassiker&#8221;, das heißt Werke, für die die Urheberrechte abgelaufen sind. Viele Meilensteine der Weltliteratur sind darunter; mein Rat kann hier nur lauten: Nicht zu gierig sein und gleich alles mögliche runterladen &#8211; die wertvolle Kost will ja auch irgendwann einmal gelesen werden.</li>
<li>Was vielleicht selbst vielen Kindle-Nutzern gar nicht so bewusst ist: Die Kindle-Bücher lassen sich komfortabel auch auf vielen anderen Endgeräten nutzen. Ich persönlich nutze zum Beispiel gern die Kindle-Lektüre über den PC, die über moderne Web-App-Technologie sogar unter Linux verfügbar ist (allerdings nur mit Browsern der neusten Generation). Darüber kann man Kindle-Inhalte sogar in Farbe bewundern.</li>
</ul>
<h4>An welchen Stellen ist der Kindle noch verbesserungswürdig?</h4>
<ul>
<li>Der augenfälligste Nachteil des eben gepriesenen E-Ink-Displays: Bislang ist die Bücherwelt auf dem Kindle schwarz-weiß. Das Fehlen von Farbe lässt sich bei vielen (den meisten) Büchern verschmerzen, trotzdem vermisst man es hier und dort. Irgendwie ist es schon kurios: Mit dem Auftauchen neuer Technologien, so scheint es, werden bestimmte Entwicklungen wiederholt &#8211; eine Art technisches Deja-Vu-Erlebnis. Wie lange haben wir auf komplett in Farbe gedruckte Zeitungen gewartet &#8211; und jetzt geht das alles wieder von vorne los &#8230; Nun, ich denke, der technische Fortschritt dürfte das Farbproblem relativ schnell lösen.</li>
<li>Der Kindle ist etwas restriktiv, was die Akzeptanz von E-Book-Formaten angeht. Das Kindle spezifische Format (azw) wird natürlich unterstützt, ebenso das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mobipocket" target="_blank">mobi-Format</a> &#8211; was aber fehlt, ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/EPUB" target="_blank">Epub-Format</a>, das als offener Standard von vielen anderen Readern gelesen werden kann. Gerüchten zufolge soll auch der Kindle in Zukunft einmal Epub akzeptieren &#8211; ob daraus was wird? Der restriktive Umgang mit den Formaten führt natürlich dazu, dass Kindle-Besitzer sich ihren Lesestoff vorwiegend bei Amazon besorgen, was aus Sicht dieses Unternehmens natürlich gewünscht wird. Vielleicht aber hat Amazon, ohnehin der Platzhirsch im weltweiten Buchhandel, ja die Größe, hier etwas mehr Freiheit walten zu lassen. Übrigens: Das Lesen des pdf-Formats, was der Kindle beherrscht, erweist sich als nicht so bedeutend, wie ich zunächst vermutet hatte. Pdf-Dokumente sind in der Regel so an einem klassischen Druck-Layout orientiert, dass sie in einem E-Book-Reader nicht wirklich komfortabel gelesen werden können.</li>
<li>Die Fähigkeit, sich in drahtlose Netzwerke einzuklinken, könnte den Kindle auch zu einem komfortablen mobilen Internetgerät machen. Tatsächlich ist diese Möglichkeit (in Deutschland derzeit allerdings nur über WLAN) durchaus vorgesehen. Allerdings bezeichnet selbst Amazon die Fähigkeiten des Internetbrowsers als experimentell &#8211; völlig zu Recht. Sehr viel anfangen lässt sich damit bislang nicht. Die Stärke des Kindle ist der Umgang mit Texten, nicht mit Bildern, Grafiken oder anderen Multimedia-Inhalten. Warum aber macht man dann nicht aus der Not eine Tugend &#8211; und setzt auf einen  textbasierten Browser a la <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lynx_%28Browser%29" target="_blank">Lynx</a>? So etwas, könnte ich mir vorstellen, würde gut im Kindle funktionieren.</li>
<li>Generell scheint mir der Umgang mit grafischen Inhalten noch nicht wirklich optimal gelöst. Manche Bilder und Grafiken lassen sich trotz vorhandener Zoom-Funktion nur schwer erkennen. Mitunter scheint auch das Layout insgesamt ziemlich schlampig aufgebaut &#8211; das wiederum muss aber nicht unbedingt ein Manko des Kindle sein, sondern könnte auch an dem Unvermögen mancher Autoren/Verlage liegen, die E-Books anständig zu formatieren.</li>
</ul>
<h4>Wo sind (derzeit) die prinzipiellen Grenzen des Kindle (oder anderer E-Book-Reader)?</h4>
<ul>
<li>Für mich die grundlegendste Schwäche eines E-Books: Das für ein gedrucktes Buch selbstverständliche Prinzip des Blätterns funktioniert dort nicht wirklich. Natürlich kann man auch bei einem E-Book die Seiten &#8220;umblättern&#8221;, und beim Kindle ist das auch ganz anständig gelöst. Die Möglichkeit aber, sich in einem Buch ohne große Anstrengung hin und her bewegen zu können, ist nur sehr eingeschränkt möglich. Mal eben schnell zum Inhaltsverzeichnis, dann an die gewünschte Stelle, jetzt noch ein Blick ins Register, dann wieder zurück, und na ja, vielleicht doch noch mal  an den Anfang des vorherigen Kapitels geschaut &#8230; Mit einem E-Book-Reader können solche Manöver ganz schön mühsam werden. Von dem Genuss des entspannt-entrückten Durchblätterns eines Buchs auf dem Sofa ganz zu schweigen.</li>
<li>Mit dem Kindle ist man auf ein ganz bestimmtes physisches Format festgelegt &#8211; knicken oder auseinander falten kann man ihn ja nicht. Grundsätzlich finde ich die Abmessungen des Kindle ganz gut getroffen, nicht zu groß und nicht zu klein. Für manche &#8220;Anwendungen&#8221; aber passt er einfach nicht. Besonders aufgefallen ist mir das beim Thema Zeitung. Grundsätzlich liegt der Gedanke nahe, Zeitungen und Zeitschriften gerade über ein Gerät wie den Kindle zu vertreiben, das quasi überall auf der Welt den Gang zum Kiosk überflüssig machen würde. Doch den Überblick, den eine gedruckte Zeitung verschaffen kann, sehe ich &#8211; zumindest vorläufig &#8211; über einen E-Book-Reader nicht gegeben (übrigens auch nicht im Internet). Schnell und komfortabel erfassen, was läuft in der Welt &#8211; das schafft bisher nur ein Medium, das man falten und blättern kann.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Fundstückchen XII: Geile Zeitung</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 19:59:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein bisschen Balsam auf die Seelen von uns Print-Journalisten. Als Vertreter eines vermeintlich aussterbenden Mediums sind wir ja meistens die Empfänger von (mehr oder weniger) mildem Spott &#8211; hier geht&#8217;s mal anders herum. Nett &#8211; wenn auch nicht mehr ganz frisch dieser Clip von der Henri Nannen Preisverleihung 2008 im Hamburger Schauspielhaus: Link zur Youtube-Quelle: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="eow-description">Ein bisschen Balsam auf die Seelen von uns Print-Journalisten. Als Vertreter eines vermeintlich aussterbenden Mediums sind wir ja meistens die Empfänger von (mehr oder weniger) mildem Spott &#8211; hier geht&#8217;s mal anders herum. Nett &#8211; wenn auch nicht mehr ganz frisch dieser Clip von der Henri Nannen Preisverleihung 2008 im Hamburger Schauspielhaus:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="400" height="255" src="http://www.youtube.com/embed/9Eq3rS-SxbE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Link zur Youtube-Quelle:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=9Eq3rS-SxbE" target="_blank">Wie geil ist das denn?</a></p>
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		<title>Wie anonym darf&#8217;s sein?</title>
		<link>http://www.alexanderhuber.de/2010/04/15/wie-anonym-darfs-sein/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 10:42:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leicht zugängliche Diskussions-Plattformen bereitstellen zu können, die ein unmittelbares Feedback der Nutzer ermöglichen &#8211; das macht einen besonderen Reiz von Online-Medien aus, stellt die Verantwortlichen aber auch vor besondere Herausforderungen. Eine besonders heikle Frage ist, ob es der Diskussionskultur im Netz zu- oder doch eher abträglich ist, wenn die Teilnehmer einer Debatte anonym auftreten (können). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leicht zugängliche Diskussions-Plattformen bereitstellen zu können, die ein unmittelbares Feedback der Nutzer ermöglichen &#8211; das macht einen besonderen Reiz von Online-Medien aus, stellt die Verantwortlichen aber auch vor besondere Herausforderungen.</p>
<p>Eine besonders heikle Frage ist, ob es der Diskussionskultur im Netz zu- oder doch eher abträglich ist, wenn die Teilnehmer einer Debatte anonym auftreten (können). Die <a href="http://www.badische-zeitung.de/" target="_blank">Badische Zeitung </a>in Freiburg hat Anfang des Jahres für ihren Online-Auftritt entschieden, dass sogenannte Klarnamen zur Pflicht werden.  Was eine <a href="http://www.badische-zeitung.de/kommentieren-sie-unter-ihrem-richtigen-namen" target="_blank">überaus heftige Diskussion</a> unter den Nutzer ausgelöst hat, die über badische-zeitung.de hinausgeschwappt ist.</p>
<p><a href="http://www.alexanderhuber.de/artikel-textproben/zwischen-pobelei-und-datenschutz/" target="_self">In einem eigenen Artikel </a>habe ich mich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt &#8211; dabei aber bewusst vermieden, die Pro- und Contra-Argumente zu bewerten. Die Problematik ist zudem derart komplex, dass sie in einem (eher kurzen) Zeitungsartikel nur angerissen werden kann. (An dieser Stelle noch der Vollständigkeit halber der Hinweis, dass Der Sonntag, die Zeitung für die ich schreibe, im gleichen Haus erscheint wie die Badische Zeitung).</p>
<p>Auf <a href="http://www.dirkvongehlen.de/" target="_blank">Digitale Notizen </a>ist nun <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/ende-der-anonymitat-interview-mit-markus-hofmann/" target="_blank">ein Interview mit Markus Hofmann</a>, dem Chef von badische-zeitung.de, erschienen, in dem er die Umstellung auf Klarnamen nochmal erläutert und von den erste Erfahrungen nach dieser umstrittenen Entscheidung berichtet. Interessant sind auch Hofmanns Ausführungen darüber, inwieweit die Konzeption, Ausrichtung und das Image eines Mediums die Entscheidung pro und contra Anonymität beeinflusst. Er berichtet in diesem Zusammenhang auch von den Erfahrungen auf <a href="http://www.fudder.de/" target="_blank">fudder.de</a>, dem Freiburger Online-Portal für junge Leute.</p>
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		<title>Lesenswertes Dokument zum Thema Jugendgewalt</title>
		<link>http://www.alexanderhuber.de/2010/03/25/lesenswertes-dokument-zum-thema-jugendgewalt/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 21:58:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Leider oft ziemlich versteckt finden sich im Netz viele Dokumente, die brisante und komplexe Themen relativ umfassend und gut aufbereitet behandeln. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Bericht, den ein Sonderausschuss des baden-württembergischen Landtages anlässlich der Amok-Tragödie in Winnenden vor einem Jahr erstellt hat &#8211; speziell zum Thema Amok, aber auch darüber hinaus gehend ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider oft ziemlich versteckt finden sich im Netz viele Dokumente, die brisante und komplexe Themen relativ umfassend und gut aufbereitet behandeln. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Bericht, den ein Sonderausschuss des baden-württembergischen Landtages anlässlich der Amok-Tragödie in Winnenden vor einem Jahr erstellt hat &#8211; speziell zum Thema Amok, aber auch darüber hinaus gehend ganz allgemein zum Thema Jugendgewalt.</p>
<p>Der Bericht ist <a href="http://www.landtag-bw.de/dokumente/parlamentsdokumentation/ergebnis.asp?WP=14&amp;Art=D&amp;drs=04325" target="_blank">auf den Seiten des Landtags von Baden-Württemberg</a> zu finden und hat einen beachtlichen Umfang von 888 Seiten. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn im ersten Teil des Dokuments werden komprimiert wichtige und interessante Themen wie psychologische Aspekte von Amok-Taten, Waffenrecht, Medien und Gewalt, Einfluss von Computer und Internet, etc. behandelt. Die Erläuterungen stammen zum großen Teil aus den Anhörungen namhafter Experten, so dass man sich durch die Lektüre einen recht guten Überblick über den Stand der aktuellen Diskussion verschaffen kann. Die Ausführungen sind auch für (interessierte) Laien gut nachzuvollziehen &#8211; eine kluge Form der Aufbereitung war sicherlich, das komplexe Thema in Form von Leitfragen zu gliedern. Der Sonderausschuss ist auch zu einer Reihe praktischer Empfehlungen gekommen &#8211; erfreulicherweise in weiten Teilen in einem Partei übergreifenden Konsenz -, die ebenfalls in dem Bericht vorgestellt und erläutert werden.</p>
<p>Hier noch<a href="http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/6000/14_6000_D.PDF" target="_blank"> der direkte Link zu dem pdf-Dokument</a>.</p>
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		<title>Fundstückchen IX: Die Mächtigsten</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 20:24:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Rankings sind ja immer wieder nett. Auf Yahoo findet sich aktuell die von Forbes ermittelte Hitliste der mächtigsten Menschen auf diesem Planeten. Die ersten drei Plätze mit den Staatsführern der USA, China und Russland (in dieser Reihenfolge) sind nicht wirklich überraschend, nachvollziehbar ist auch, dass bereits auf Platz 5 die Google-Boys Sergey Brin und Larry [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rankings sind<a href="http://www.alexanderhuber.de/2009/08/26/medien-im-ranking-fieber/" target="_self"> ja immer wieder nett</a>. Auf Yahoo findet sich aktuell die von Forbes ermittelte <a href="http://finance.yahoo.com/career-work/article/108139/the-worlds-most-powerful-people-2009" target="_blank">Hitliste der mächtigsten Menschen</a> auf diesem Planeten. Die ersten drei Plätze mit den Staatsführern der USA, China und Russland (in dieser Reihenfolge) sind nicht wirklich überraschend, nachvollziehbar ist auch, dass bereits auf Platz 5 die Google-Boys Sergey Brin und Larry Page auftauchen. Etwas verwunderlich finde ich dagegen, dass immerhin auf Platz 12 Sivio Berlusconi rangiert; nur ein Platz hinter dem Papst, dafür aber &#8211; wie ärgerlich &#8211; drei Plätze vor Angela Merkel, die es immerhin als &#8220;mächtigste Frau des Planeten&#8221; noch unter die Top-15 dieser Liste geschafft hat.<strong><br />
</strong></p>
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		<title>Fundstückchen VIII: Definiere &#8220;überraschend&#8221;</title>
		<link>http://www.alexanderhuber.de/2009/10/23/fundstuckchen-viii-definiere-uberraschend/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 16:27:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Weil dieses Zitat aus einem Kommentar von Heribert Prantl, einem der klügsten Journalisten-Köpfe der Nation stammt, bin ich noch am Rätseln, ob mir hier nicht eine tiefere Logik entgeht. Bislang konnte ich jedoch nichts entdecken. Die Personalie Schäuble ist für die meisten überraschend, weil man sie nicht erwartet hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil dieses Zitat aus einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/732/492093/text/" target="_blank">Kommentar </a>von Heribert Prantl, einem der klügsten Journalisten-Köpfe der Nation stammt, bin ich noch am Rätseln, ob mir hier nicht eine tiefere Logik entgeht. Bislang konnte ich jedoch nichts entdecken.</p>
<blockquote><p>Die Personalie Schäuble ist für die meisten überraschend, weil man sie nicht erwartet hat.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Deliziösen des Monats &#8211; September</title>
		<link>http://www.alexanderhuber.de/2009/10/07/deliziosen-des-monats-september/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 18:38:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Einer der wenigen Web 2.0-Dienste (neben Flickr), der es bei mir über die Ausprobier-Phase geschafft hat, und den ich sowohl beruflich wie privat intensiv nutze, ist der Bookmark-Dienst delicious. Abgesehen davon, dass ich dort alle meine Bookmarks ablege und auf die Bookmark-Funktionen der Browser (die ich ohnehin nie mehr alle synchronisiert bekäme) weitgehend verzichte, gönne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der wenigen Web 2.0-Dienste (neben<a href="http://www.flickr.com/photos/34975083@N03/" target="_blank"> Flickr</a>), der es bei mir über die Ausprobier-Phase geschafft hat, und den ich sowohl beruflich wie privat intensiv nutze, ist der Bookmark-Dienst <a href="http://delicious.com/" target="_blank">delicious</a>. Abgesehen davon, dass ich dort alle meine Bookmarks ablege und auf die Bookmark-Funktionen der Browser (die ich ohnehin nie mehr alle synchronisiert bekäme) weitgehend verzichte, gönne ich mir hin und wieder ein paar Minuten, um zu schauen, was andere delicious-User aktuell bookmarken. Da ist sehr häufig etwas Interessantes dabei &#8211; nebenbei verschafft einem delicious einen ganz guten Überblick darüber, was im Web gerade so angesagt ist.</p>
<p>Hier nun die September-Deliziösen:</p>
<ul>
<li>Für echte Web-Insider dürfte das alles andere als ein neuer Tipp sein, dennoch will an dieser Stelle doch mal auf <a href="http://www.alexa.com/" target="_blank">Alexa</a> hinweisen &#8211; sozusagen als einen Fixpunkt für alle, die wissen wollen, was sich im World Wide Web tut. Es dürfte nur wenige Seiten geben, die einem derart präzise und übersichtlich Daten über angesagte Internetangebote geben. Alexa gibt es schon ziemlich lange, hat sich aber (mit der allgemeinen Entwicklung Schritt haltend) kontinuierlich weiterentwickelt.</li>
<li>Mit der Frage: Was ist angesagt? Oder vielmehr: Was könnte demnächst angesagt sein? beschäftigt sich <a href="http://thenextweb.com/" target="_blank">The Next Web</a>. Ein Blog, der sich mit (tatsächlich oder vermeintlich) zukunftsträchtigen Entwicklungen im Netz auseinandersetzt. In den Worten der Betreiber: <em>&#8220;The blog reports about everything that influences the future of the Web, in any way. Since the launch it has grown out to the biggest Pan European tech blog.&#8221;</em></li>
<li>Eine nach meinem Dafürhalten höchst interessante, neue journalistische Stilform, die die Möglichkeiten von Internet und neuen Medien geschickt nutzt, sind so genannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Audio-Slideshow" target="_blank">Audio-Slideshows</a> (vereinfacht gesagt: aufgepeppte Diavorführungen). In vielen Fällen finde ich die Vermittlung von Inhalten über (in der Regel) unbewegte Bilder und dazu passende Audio-Begleitung (in Form von O-Tönen, Kommentaren, Geräuschen, etc.) eindrucksvoller als ein Video-Clip. In Deutschland fristen Audio-Slideshows noch ein Schattendasein (wohl auch weil sie ziemlich aufwendig zu produzieren sind). Einer, der sich intensiv und kenntnisreich mit dem Thema beschäftigt ist Matthias Eberl &#8211; darum hier eine Empfehlung für seinen Blog <a href="http://rufposten.de/weblog/" target="_blank">Rufposten</a>.</li>
<li>Zum Schluss noch ein Tipp, der sich zwischen den Kategorien &#8220;interessant&#8221; und &#8220;kurios&#8221; bewegt. <a href="http://www.worldometers.info/de/" target="_blank">Worldometers</a> ist eine Seite, die Statistiken in Echtzeit anzeigt. Quasi live kann man dort verfolgen wie sich die Zahl der Erdenbürger, der produzierten Fahrräder, der Kinobesucher, der Blitzeinschläge und noch mancherlei Dinge mehr entwickelt.</li>
</ul>
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		<title>Fundstückchen VII: Peinlich, peinlich</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 15:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer sich mal anschauen möchte, wie eine Altherren-Runde mit Dingen umgeht, die sie maximal vom Hörensagen kennt, dem sei dieses Youtube-Video empfohlen. Eignet sich auch gut zum Fremdschämen. Ansonsten wird diese merkwürdige öffentlich-rechtliche Auseinandersetzung mit dem Microblogging-Dienst twitter natürlich in der Blogosphäre schon heftig diskutiert und kommentiert, so dass sich weitere Erörterungen hier erübrigen. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich mal anschauen möchte, wie eine Altherren-Runde mit Dingen umgeht, die sie maximal vom Hörensagen kennt, dem sei dieses <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4kfVKqiIZeM" target="_blank">Youtube-Video </a>empfohlen. Eignet sich auch gut zum Fremdschämen.</p>
<p>Ansonsten wird diese merkwürdige öffentlich-rechtliche Auseinandersetzung mit dem Microblogging-Dienst <a href="http://twitter.com/" target="_blank">twitter </a>natürlich in der Blogosphäre schon heftig diskutiert und kommentiert, so dass sich weitere Erörterungen hier erübrigen. Ich verweise nur auf den <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/09/23/kerners-twitter-bashing-kenn-ich-nicht-find-ich-doof/" target="_blank">Eintrag im Basic-Thinking-Blog</a>, dort gibt&#8217;s auch Links zu weiteren Posts.</p>
<p>Nur soviel: Es geht hier nicht um die Frage, wie sinnvoll oder nicht twitter ist. Dazu kann man spannende und erhellende, vor allem aber sehr differenzierte Diskussionen führen. Es geht darum, dass es ausgesprochen peinlich ist, wenn sich die (vermeintliche) Journalisten-Elite Deutschlands einem Thema mit soviel Ignoranz und Arroganz nähert.</p>
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		<title>Medien im Ranking-Fieber</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 19:16:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Welt in Form von Ranglisten zu erfassen und sie so einer (scheinbaren) Ordnung zu unterwerfen ist ein Fieber, dem die Medien-Gesellschaft seit geraumer Zeit anheimgefallen ist und das inzwischen geradezu epidemische Ausmaße annimmt. Meine kleine, kürzlich erlebte Geschichte dazu ist nicht besonders spektakulär, aber doch durchaus bezeichnend. Angefangen hat es mit der Pressemitteilung eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt in Form von Ranglisten zu erfassen und sie so einer (scheinbaren) Ordnung zu unterwerfen ist ein Fieber, dem die Medien-Gesellschaft seit geraumer Zeit anheimgefallen ist und das inzwischen geradezu epidemische Ausmaße annimmt. Meine kleine, kürzlich erlebte Geschichte dazu ist nicht besonders spektakulär, aber doch durchaus bezeichnend. Angefangen hat es mit der Pressemitteilung eines PR-Journalisten, der unter anderem das Herz-Zentrum in Bad Krozingen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit betreut. In diesem speziellen Fall musste der Kollege selbst gar nicht groß aktiv werden, denn es galt lediglich frohe Kunde in Form einer dpa-Meldung weiterzuverbreiten:</p>
<blockquote><p>Ich freue mich, Ihnen die heute über den Ticker gelaufene DPA-Meldung zu den beliebtesten Krankenhäusern Deutschlands zur Verfügung stellen zu dürfen. Gestützt auf eine aktuelle Mitgliederbefragung hat die Techniker Krankenkasse die Rangliste der 50 beliebtesten Krankenhäuser Deutschlands veröffentlicht. Bewertet wurden der Behandlungserfolg, die Pflege, die Information, die Organisation und die Unterbringung. Das Herz-Zentrum Bad Krozingen kam mit 93,3 % nur 0,4 Prozentpunkte nach der Klinik St. Marienstift, Magdeburg auf den 2. Platz und ist damit das einzige in den Top 10 platzierte Herz-Zentrum Deutschlands.</p></blockquote>
<p>Die dpa-Meldung selbst lautete dann so:</p>
<blockquote><p>Hamburg/Bad Krozingen (dpa/lsw) &#8211; Das Herz-Zentrum Bad Krozingen (Breisgau-Hochschwarzwald) bekommt von Patienten gute Noten. Nach einer im Internet veröffentlichten Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) kommt das Zentrum in der Kategorie &#8220;Allgemeine Zufriedenheit mit dem Krankenhaus&#8221; auf Platz zwei (93,3 Prozent). &#8220;Patienten können mit dem Klinikführer, das Krankenhaus finden, das am besten auf ihre Diagnose und für ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist&#8221;, sagte TK-Sprecher Hermann Bärenfänger am Donnerstag. Platz eins errang die Klinik St. Marienstift in Magdeburg.</p></blockquote>
<p>Das Zitat von Hermann Bärenfänger habe ich dann fast wortwörtlich noch ein zweites Mal gehört. Und zwar, als ich ihn angerufen habe, nachdem ich &#8220;die Rangliste der 50 beliebtesten Krankenhäuser Deutschlands&#8221;  auf der <a href="http://www.tk-online.de/" target="_blank">Internetseite der Techniker-Krankenkasse</a> vergeblich gesucht hatte. Was es auf der TK-Seite gibt, ist ein so genannter <a href="http://www.tk-online.de/tk/klinikfuehrer/114928" target="_blank">Klinikführer</a>. In dem kann man anhand bestimmter Begriffe (z.B. einer Diagnose) Kliniken suchen und die Suche geographisch eingrenzen. Die Daten für diesen Klinikführer erhebt die TK bereits seit geraumer Zeit, sie will, so Bärenfänger, mit diesem Führer ihren Versicherten einen Service bieten, damit sie <em>individuell</em> nach ihren jeweiligen Bedürfnissen Informationen über Kliniken in ihrem Umkreis bekommen. An einer generellen Bewertung der Kliniken in Form irgendwie gearteter Ranglisten ist die TK laut Bärenfänger gar nicht interessiert.</p>
<p>Die erwähnte Patienten-Zufriedenheit ist übrigens nur ein Punkt, nach dem die TK ihre Versicherten fragt. Die Fallzahl an Behandlungen bei einer bestimmten Diagnose ist zum Beispiel ein anderer &#8211; der im Ernstfall wichtiger sein könnte als die Frage, wie gut einem Patienten das Essen geschmeckt hat oder wie freundlich die Schwester war. Die Patienten-Zufriedenheit ist sicher ein interessantes Kriterium, aber eben auch ein sehr subjektives. Hinzu kommt, dass die TK &#8211; sinnvollerweise &#8211; den Zufriedenheitswert nur bei Kliniken angibt, bei denen sie einen Rücklauf von mindestens 100 Antworten ihrer Versichterten bekommen hat. Kleinere, aber vielleicht auch nicht so schlechte Krankenhäuser fallen damit schon mal durchs Raster.</p>
<p>Wie aber kommt es nun zu den Top-50? &#8220;Ach wissen Sie, das ist so eine Sache, die die Medien gerne machen&#8221;, sagt Bärenfänger. Er erklärt mir wie das geht &#8211; es ist ganz einfach, wenn man&#8217;s weiß: Beliebige Postleitzahl in der Suchmaske des Klinikführers eingeben, Umkreis auf &#8220;bundesweit&#8221; einstellen und die Ergebnisliste nach Patientenzufriedenheit sortieren.</p>
<p>Und wer genau macht so Sachen besonders gerne? &#8220;Die <em>Bild</em>-Zeitung&#8221;, antwortet Bärenfänger wie aus der Pistole geschossen. Und tatsächlich <a href="http://www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2009/08/20/50-besten/krankenhaeuser-deutschlands-krankenhaus-befragung-umfrage-2008-techniker-krankenkasse.html" target="_blank">hat <em>Bild</em> sich unlängst des Themas angenommen</a>. Dass die Begriffe &#8220;beliebteste&#8221; und &#8220;beste&#8221; dabei synonym verwendet wurden, dürfte auch niemanden mehr wirklich wundern. Eher wie schnell das Ranking-Fieber auch seriöse Nachrichtenagenturen anstecken kann.</p>
<p>Ich hatte nach dieser Recherche allerdings keine rechte Lust mehr, die Sache noch irgendwie zu vermelden.</p>
<p>PS 1: Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin aufrichtig überzeugt, dass das Herz-Zentrum Bad Krozingen eine sehr gute Klinik ist.</p>
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		<title>Fundstückchen IV &#8211; Adieu, journalistisches Selbstverständnis?</title>
		<link>http://www.alexanderhuber.de/2009/06/09/fundstuckchen-iv-adieu-journalistisches-selbstverstandnis/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 20:09:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Au weia: Bildblog berichtet von einer leidlich unausgegorenen dpa-Meldung über die Piraten-Partei, die viele Medien ungeprüft übernommen haben. Das ist natürlich nicht schön, soll aber vorkommen. Wenn dahinter aber ein derartiges journalistische Selbstverständnis steht wie sie laut Bildblog die Online-Redaktion der Frankfurter Neuen Presse als Reaktion auf die Kritik artikuliert, kann einem um den eigenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Au weia: <em><a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank">Bildblog</a></em> berichtet von einer <a href="http://www.bildblog.de/8522/piratenpartei-bringt-medien-zum-kentern/" target="_blank">leidlich unausgegorenen <em>dpa</em>-Meldung über die Piraten-Partei</a>, die viele Medien ungeprüft übernommen haben. Das ist natürlich nicht schön, soll aber vorkommen. Wenn dahinter aber ein derartiges journalistische Selbstverständnis steht wie sie laut <em>Bildblog</em> die Online-Redaktion der <a href="http://www.fnp.de/" target="_blank"><em>Frankfurter Neuen Presse</em></a> als Reaktion auf die Kritik artikuliert, kann einem um den eigenen Berufsstand schon angst und bange werden.</p>
<blockquote><p>Als ob wir diese Meldung wider besseres Wissen veröffentlicht hätten. Wie sollen Kunden von Nachrichtenagenturen, also Zeitungen, jede einzelne Meldung überprüfen? Hunderte, tausende täglich. Die Agenturen sind dazu da, dass sie uns korrekt recherchierte Meldungen und Artikel zukommen lassen.</p></blockquote>
<p>Vielleicht würde es ja schon reichen, über die Meldungen mal nachzudenken, die man dann im eigenen Medium veröffentlicht&#8230;</p>
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