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Weblog von Alexander Huber

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Was bringt Werbung (im Internet)?

März 26th, 2009 · Keine Kommentare

Per Zufall bin ich über einen Artikel auf techcrunch.com gestoßen, der im englischsprachigen Raum offenbar einige Beachtung erfährt und heiß diskutiert wird – knapp 600 Kommentare und über 1050 delicious-Posts seit der Veröffentlichung des Textes am 21. März legen diese Vermutung jedenfalls nahe.

Überschrieben ist der Artikel mit “Why Advertising Is Failing On The Internet”, frei übersetzt: Warum Werbung im Internet nicht funktioniert. Der Autor ist Eric Clemons, Professor an der Wharton School of the University of Pennsylvania. Die Überschrift ist ein wenig trügerisch, denn Clemons bezweifelt nicht nur die Wirksamkeit von Werbung im Internet, sondern den Nutzen von Werbung überhaupt (zumindest Werbung im herkömmlichen Sinn).

Seine drei Hauptthesen klingen relativ simpel:

  • Die Konsumenten misstrauen der Werbung
  • Die Konsumenten wollen keine Werbung sehen
  • Und vor allem: Die Konsumenten brauchen keine Werbung, denn sie sind vor allem aufgrund des Internets in der Lage, sich selbständig unabhängige Informationen über Produkte zu beschaffen – zum Beispiel über so genannte Rating-Seiten

Clemons folgert daraus, dass das klassische Modell von Werbung in den herkömmlichen Medien bereits ein zum Scheitern verurteiltes Modell ist, und dass es auch nicht fruchtbar sein wird, dieses Modell auf das Internet zu übertragen:

“The problem is not the medium, the problem is the message, and the fact that it is not trusted, not wanted, and not needed” (Das Problem ist nicht das Medium, das Problem ist die Botschaft und der Umstand, dass diese Botschaft nicht glaubwürdig und nicht erwünscht ist und auch nicht benötigt wird).

Um der Medienbranche wenigstens noch ein wenig Mut zuzusprechen, beschreibt Eric Clemons einige alternative Modelle wie sich via Internet Geld verdienen ließe.

Ich halte den Artikel für sehr lesenswert – und vor allem die sich daraus entwickelnde Debatte in den Kommentaren. Aus meiner persönlichen Sicht kann ich den zwei ersten Thesen Clemons noch in weiten Teilen zustimmen, die dritte (und entscheidende) These aber halte ich für sehr problematisch. Herausragendes Merkmal der Werbung ist in meinen Augen, dass sie “ungefragt” zum Konsumenten kommt und ihn so auf Gedanken (sprich Bedürfnisse) bringt, auf die er selbst bewusst kaum käme. Es ist ein Unterschied, ob ich bewusst und aktiv nach Informationen suche oder Informationen frei Haus (und seien sie noch so rudimentär und suggestiv) geliefert bekomme. Wenig überzeugend  finde ich auch Clemons alternative “monetization”-Vorschläge. Der Stein der Weisen, wie sich im Internet, abgesehen von Werbung, Geld verdienen ließe, ist (leider oder zum Glück?) noch nicht gefunden.

Doch meine Meinung nur am Rande – wie gesagt, jeder, der sich für dieses spannende Thema interessiert kann sich ja ein eigenes Bild machen.

Tags: Allgemein

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