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Weblog von Alexander Huber

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Ein Fundament für Zensur – die Diskussion geht weiter

Mai 7th, 2009 · Keine Kommentare

Weil ich nun mal auf dieses (wichtige) Thema eingestiegen bin – hier die aktuelle Fortsetzung: Auf den Seiten des Deutschen Bundestages gibt es nun eine Petition gegen die Überlegungen mutmaßliche Kinderpornografie-Seiten im Internet zu sperren. Der Petitionstext selbst ist zwar ein bisschen dürr – die Resonanz aber gewaltig. Derzeit wird die Petition quasi im Sekundentakt gezeichnet, in dem Moment da ich diesen Eintrag verfasse, kratzt Sie an der 47000er-Marke (ich muss mich korrigieren: Sie wurde soeben übersprungen).

Interessant ist auch einen Blick ins angeschlossene Forum zu werfen. Lesenswert ist unter anderem der Thread mit dem Titel Ein paar wichtige technische Hintergründe, warum das Thema JEDEN was angeht.

Irgendwie passend zum Thema Internetzensur wird just heute die nächste bunte Katze aus dem derzeit schier unerschöpflich scheinenden Verbots-Sack unserer Politiker geholt. Im Nachgang zum Amoklauf von Winnenden soll es nun den Paintball-Spielern an den Kragen gehen. Es hat (glücklicherweise) diesmal nicht lange gedauert, bis sich die ersten Stimmen gemeldet haben, die erklären, was für ein unglaublicher Unfug diese Idee ist. Da dies nun schon an diversen Stellen im Netz geschieht, will ich das hier nicht weiter vertiefen. Ein Zitat aus der SZ scheint mir aber besonders treffend:

Bleibt die Frage, wie die Opfer der aktionistischen Gesetzesvorstöße die Angriffe von Bosbach und Konsorten überwinden. Den Herstellern und Besitzern von scharfen Waffen gelingt es bislang relativ gut, den Attacken aus der Politik auszuweichen. Härter kämpfen müssen Computerspieler, die immer wieder beteuern, keine zukünftigen Mörder zu sein. Ihr Glück ist, dass der Computerspiel-Markt groß und reich an Umsatz ist.  Wie stark sich eine zwar wachsende, jedoch noch immer relativ kleine Gemeinde von Paintball-Sportlern zur Wehr setzen kann, bleibt abzuwarten.

Man kann Paintball-Spiele albern finden (ich jedenfalls finde das), genauso wie das Schießen auf mit konzentrischen Kreisen bemalte Scheiben. Immer mulmiger kann einem aber bei der Beobachtung werden, dass die entscheidenden politischen Kreise offenbar Welten von der Lebenwirklichkeit vieler (vor allem junger) Menschen entfernt sind, und sie sich augenscheinlich (fahrlässig oder vorsätzlich?) nicht die Mühe machen, sich wenigstens ein Mindestmaß an Sachkompetenz in den betreffenden Fragen anzueignen. Sicher kann man hier und da auch mal Fünfe gerade sein lassen, aber wer sich Gedanken über Gesetze macht, die in den Alltag vieler Menschen gravierend eingreifen können, sollte auch subtilere Unterschiede kennen: Zum Beispiel den zwischen einer Softair-Waffe und einem Paintball-Markierer, zwischen einem Chat und einem Forum, zwischen dem Internet und dem World Wide Web, zwischen …

 

Tags: Allgemein

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